Aktionen zum Frauen*kampftag am 8. März 2018 in München

Feminist*innen auf der ganzen Welt konnten über die Jahre durchaus zahlreiche (Teil-)Erfolge erkämpfen, doch die Zeit sich zurückzulehnen und das schöne Leben zu genießen ist leider noch nicht gekommen. Es gilt, die erkämpften Errungenschaften gegen Rechtspopulist*innen, christliche Fundamentalist*innen oder die vermeintlich liberale „Mitte“ zu verteidigen und die auf uns alle wirkenden patriarchalen Strukturen und antifeministische Kräfte zu bekämpfen und zu beseitigen.

Der internationale Frauen*kampftag ist einer dieser Momente, an dem wir gemeinsam ein Zeichen gegen Sexist*innen, Antifeminist*innen, Fundis, Rechtspopulist*innen aller Couleur setzen und unsere Forderungen nach Freiheit, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung formulieren und auf die Straße tragen können. Umso schöner ist es, dass mehrere Münchner Gruppen für den 8. März zur Großdemo am Marienplatz aufrufen.

Wir teilen hier die Aufrufe von Feminist Subversion und deconstruct reality, dem Bündnis 8. März München und der Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“.

Antifeminist*innen das Handwerk legen

Feminist Subversion und deconstruct reality schreiben in ihrem Aufruf unter anderem: „Feminismus darf sich nicht darauf beschränken, Antifeminismus abzuwehren und dem allgemeinen sexistischen Backlash entgegen zu treten. Sich für den Feminismus stark zu machen, ist die gelebte Solidarität unter Frauen*!

Den ganzen Aufruf gibt es hier zum Nachlesen.

 

Frauen* die kämpfen sind Frauen* die leben

Unter dem Motto „Frauen* die kämpfen sind Frauen* die leben“ ruft das Münchner Bündnis 8. März ebenfalls zur Demonstration am Marienplatz auf. Der gesamte Aufruf mitsamt Facebook Veranstaltung findet Ihr hier.

Make Feminism a Threat!

Make feminism a threat! – Die Kampagne „Nationalismus ist keine Alternative“ (NIKA) ruft dazu auf, zwischen dem 1. und 8. März die Akteur*innen des antifeministischen Rollbacks mit kreativen Aktionen zu besuchen. (…) Jeder Tortenwurf, jede gestörte Rede und jede geschlossene antifeministische Apotheke ist ein Erfolg.“ Aktionen und Aufrufe, Termine und Co einfach an keinealternative@systemli.org senden.

Hier geht es zum Aufruf.

Gegen „Gender-Ideologie“ und „Feminismus“ – Zentrumspartei tut sich mit „Patriot*innen“ zusammen und fällt mal wieder negativ auf.

Nach der widerlichen Flyeraktion in München sind die Fundis der Zentrumspartei um Weihnachten in Wiesbaden auf den Plan getreten. Sie bezeichnen den Ort als „einen zentralen Knotenpunkt der Abtreibungsindustrie“ und verleumden bzw. bedrohen den Limburger Bischof Bätzing. Neben Flyern, auf denen Bätzing als Teufel dargestellt wird, wurden in seinem Garten ein Banner mit der Aufschrift „Wir sind das Volk“ aufgestellt.

Zusammengetan haben sie sich für die Aktion mit der Plattform patriotpetition.org eine Organisation, die mit allem auffährt, was man aus der rechten Ecke so kennt. Hetze gegen Ausländer*innen, fundamentalistisches Gelaber und Hass auf alles Linke garniert mit verqueren Weltuntergangstheorien.

Auch in Hessen ist es den Betroffenen mittlerweile zu bunt geworden. Sie haben rechtliche Schritte gegen die Zentrumspartei angekündigt.

Artikel dazu in der Hessenschau.

Video

Ungewollt schwanger? Das ist zu tun.

Chronologie und Pressespiegel zu Aktionen der Zentrumspartei in München

Seit dem ersten Auftauchen der Ekel-Flyer der „Zentrumspartei“ haben einige Medien über das Thema berichtet. Nach einem ausführlicheren Beitrag über die Kampagne blicken wir zurück und sammeln und diesem Beitrag, was bisher abgelaufen ist und veröffentlicht wurde. Wir werden den Beitrag ergänzen, wenn sich etwas neues ergibt.

Das a.i.d.a. Archiv München hat eine Chronologie der Geschehnisse erstellt

  • 9./10. Oktober 2017: Radikale Abtreibungsgegner*innen hinterlassen u.a. nördlich des Rotkreuzplatzes sowie in der Blutenburgstraße mehrere Flugblätter und setzen damit den Anfang einer großflächigen Flyer-Verteil-Kampagne in der ganzen Stadt.
  • 17. Oktober 2017: Die Flyer werden in der Heßstraße sowie am Ackermannbogen verteilt.
  • 20. Oktober 2017: Die vermeintlichen Pizza-Flyer tauchen im Umfeld des medicare-Zentrums in München Freiham auf.
  • 24. Oktober 2017: Ca. zwei Dutzend Flyer werden im Umfeld des U-Bahnhofs Lehel an Fahrrädern befestigt.

Pressespiegel

  • 10. Dezember 2017: Die Süddeutsche veröffentlicht Leserbriefe zum Thema §219a, wo auch Bezug auf die Flyer der Zentrumspartei genommen wird.
  • 4. Dezember 2017: Die taz lässt Friedrich Stapf zu Wort kommen und berichtet in diesem Beitrag über die Hetzkampagne.
  • 3. Dezember 2017: Die Badische Zeitung veröffentlicht einen Artikel zum Thema (leider mit Bezahlschranke)
  • 30. November 2017: In einem ausführlichen Artikel über den §219a berichtet Dinah Riese in der taz auch über die Flyer der Zentrumspartei in München.
  • 27. November 2017: RTL berichtet in einem Beitrag über die Hetze der Zentrumspartei.
  • 27. November 2017: Der BR lässt Dr. Stapf in einem Interview zu Wort kommen.
  • 27. November 2017: Die tz veröffentlicht ebenfalls einen kurzen Beitrag zum Thema. 
  • 24. November 2017: Der Radiosender TopFM berichtet über radikale Abtreibungsgegner*innen und die Flyeraktion der Zentrumspartei.
  • 24. November 2017: Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht einen ausführlichen Bericht über die Aktion.

Juristische Konsequenzen? 

Bürger*innen brachten die Flyer zu den Cops und nach Medienberichten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen „Darstellung von Gewalt“ (Paragrafen 131 des Strafgesetzbuches).

Podcast: Machtmissbrauch und seine Duldung

Wir empfehlen Euch diesen Podcast auf SWR2 zum Thema „Machtmissbrauch und seine Duldung – Was offenbart die Seximus-Debatte“ mit folgenden Teilnehmer*innen:

Vor vier Jahren war es der Hashtag #aufschrei, heute sind es #metoo oder #catcalling und vor einiger Zeit noch machte #imZugpassiert die Runde. Immer wieder werden Frauen* Opfer von sexueller Gewalt und ab und an entstehen daraus mehr oder weniger lange Debatten zu gesellschaftlich verankertem Sexismus. So auch jetzt gerade.

Im 45-minütigen Podcast spricht die Runde über Mechanismen, die bei solchen Übergriffen greifen und welche Ziele bzw. Auswirkungen sie haben können. Die Gesprächspartner*innen befassen sich mit Geschlechterrollen und Sozialisation aber auch mit möglichen Lösungen für das seit Jahrhunderten bestehende Problem. Und diese Lösungsansätze brauchen wir dringender denn je. So zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie der EU-Kommission, dass jede dritte Frau in Europa sexuelle Gewalt erlebt hat. Die Dunkelziffer dürfte höher sein, denn längst nicht alle Frauen* trauen sich nach einem Übergriff zu den Cops zu gehen.

Das Schlimme ist, dass die Debatten nichts verändern. Im Gegenteil … man  hat den Eindruck, dass viele sich langsam aber sicher an eigentlich Unterträgliches gewöhnen (wie selbstverständlich passen wir beim Weggehen auf unsere Drinks auf und meiden gewisse Straßen bzw. Situationen).

Wie können wir also Alltagssexismus im privaten und beruflichen Umfeld bekämpfen? Hier sind ein paar der im Podcast genannten Ansätze:

  • Wir brauchen ein gleichberechtigtes Miteinander und Signale, die Frauen und Mädchen zeigen, dass sie sich frei bewegen dürfen und können.
  • Wir brauchen außerdem Praktiken, die Jungen und Männern die Möglichkeit geben, sich anders erleben zu dürfen.
  • Gleiche Chancen für alle!
  • Wir brauchen eine erotische Kultur, in der junge Erwachsene mit den spannenden Seiten des erotischen Miteinanders vertraut gemacht werden, denn Sexualität darf nicht länger mit Status und Macht verbunden werden.

Wir wollen, dass diese Debatte nicht wieder nach zehn Tagen abflacht und der Medienziekus weiterzieht. Daher werden wir versuchen, uns in der kommenden Zeit auch hier mehr mit dem Thema Sexismus in seinen verschiedenen Facetten zu beschäftigen. Über Input freuen wir uns natürlich auch jederzeit! 🙂

Achtung: Widerliche Flyer der Deutschen Zentrumspartei im Umlauf *UPDATE 26.11.*

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NACHTRAG 26.11.17: Mittlerweile ist in der Süddeutschen Zeitung ein umfangreicher Artikel von Thomas Schmidt zu dem Themenkomplex erschienen. Anwohner*innen haben wohl Anzeige erstattet und der Fall ist bei der Staatsanwaltschaft. Die restlichen Flyer hat die Zentrumspartei wohl vernichtet.

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Nachdem in der vergangenen Zeit mehrfach widerwärtige Flyer der „Deutschen Zentrumspartei“ in München aufgetaucht sind, möchten wir hier darüber informieren und in diesem Zuge um Eure Mithilfe bitten.

An mehreren Orten, unter anderem im Umfeld des medicare-Zentrums in München Freiham, werden derzeit Flyer einer angeblich neu eröffneten „Pizzeria Centro“ verteilt. Der Flyer bewirbt auf den ersten Blick einen „Gutschein für eine Gratis-Pizza“, die dann in „höchstens 30 Minuten geliefert“ werden soll. Beim Aufschlagen des Flyers vergeht den Empfänger*innen jedoch gänzlich der Appetit. Wir haben von Seiten radikaler Abtreibungsgegner*innen schon viel gesehen. Dabei war auch vieles, das an der Grenze des Geschmacklosen ist. Die Flyer, die derzeit verteilt werden, überschreiten diese Grenze derart, dass wir, abgesehen von der noch harmlosen Außenseite, weder die Flyer noch die Homepage hier 1:1 weiterverbreiten werden.

Die Vorderseite des Flyers

Schlägt man den Flyer auf, prangt dort in prominenten Lettern: „Stapf muss weg“ und „Deutschlands größte Abtreibungsklinik in München-Freiham“.

Abgedruckt sind außerdem Bilder des medicare-Zentrums in München Freiham, des Eigentümers/ Vermieters Hans Hammer sowie von Dr. Friedrich Stapf, dem Leiter der Stapf-Klinik, der sich seit Jahren mit radikalen Abtreibungsgegner*innen herumschlagen muss. Hetze gegen ihn findet sich online auf einschlägigen Seiten wie „WikiMANNia“, „Babykaust“ und Co., aber immer wieder werden er, seine Patient*innen und Unbeteiligte im Umkreis seiner Klinik, auch von so genannten „Lebensschützer*innen“ belästigt und terrorisiert.

Friedrich Stapf wird im Flyer mehrfach verleumdet: ihm wird „Kindstötung bzw. Kinderschlachtung in 100.000 Fällen“ vorgeworfen, seine Klinik wird als „Kinderschlachthof“ bezeichnet. Zwei abgebildete Pizzen, die „Pizza Mafioso“ und die „Pizza Diabolo“, und die entsprechenden Bildunterschriften greifen diese widerliche Hetze auf. Mit Photoshop wurden blutige Föten auf die Pizzen montiert, die Bildunterschriften erinnern an die DVD-Beschreibung eines Horrorfilms: „Leckere Salami vom Kind“ bzw. „saftiger Schinken vom Kind“ gehören dabei noch zu den harmloseren Inhalten.

Ob Strafanzeige gegen die Verfasser*innen der Flyer gestellt wird, ist uns zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

Wer steckt dahinter? 

Der Flyer scheint Teil einer umfassenderen Kampagne mit dem Titel „it’s a child not a choice“ der Deutschen Zentrumspartei zu sein. Auf ihrer Homepage  versucht sich „Deutschlands älteste Partei“ als „einzige Pro Life Partei Deutschlands“ zu profilieren.

Bild der Kampagne „It’s a child not a choice“ der Zentrumspartei

In Bayern selbst hat die Zentrumspartei (noch) keinen Landesverband. Für die Kampagne kamen Thomas Ferber und Mitstreiter*innen vom Landesverband Rheinland-Pfalz nach München. Für den Inhalt der Flyer zeichnet sich wiederum Gerhard Woitzig, Bundesvorsitzender der Deutschen Zentrumspartei, Straberger Weg 12, 41542 Dormagen aus Nordrhein-Westfalen verantwortlich.

Ferber taucht zudem in zwei YouTube-Videos auf, in denen zu sehen ist, wie er Dr. Stapf vor seiner Klinik verfolgt und massiv belästigt. Zudem werden in dem Video mit dem Titel „Deutschlands größte Abtreibungsklinik“ vermeintliche Passant*innen und ein Priester vor dem Zentrum in Freiham interviewt – alle drei entlarven sich mit miesen Schauspielleistungen als Beteiligte der Aktion. In einem anderen YouTube Video mit dem Titel „Das Massengrab von Wiesbaden“  gibt sich Ferber investigativ und verleumdet unter anderem die Pathologin Frau Prof. Dr. A. Fisseler–Eckhoff aus Wiesbaden.

Die Aktion der Zentrumspartei reiht sich ein in eine ganze Folge antifeministischer Aktionen radikaler Abtreibungsgegner*innen in München. Neben den regelmäßig stattfindenden Vigilien der christlichen Fundamentalist*innen von Euro Pro Life e. V. , organisiert die „Aktion Lebensrecht für Alle“ (AlfA) und ihre Jugendorganisation „Jugend für das Leben“ (JfdL) und die „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) diesen Herbst Mahnwachen, Kundgebungen und Konferenzen. Aktuelle Termine findet Ihr auf der Homepage des a.i.d.a. Archiv.

Wo wir Eure Hilfe benötigen

Wenn Ihr selbst einen solchen Flyer in Eurem Briefkasten findet, schickt ihn bitte an eine der folgenden Adressen bzw. macht ein Foto, notiert Fundort und Datum und schickt es via E-Mail an:

a.i.d.a. Archiv
E-Mail: info@aida-archiv.de

Fachstelle Demokratie der Landeshauptstadt München
E-Mail: fgr@muenchen.de

Fachinformationsstelle Rechtsextremismus in München (firm)
Feierwerk e.V.
firm
Hansastraße 39 – 41
81373 München
E-Mail: firm@feierwerk.de

Ansonsten: Achtet auf Aufrufe hier oder von anderen feministischen Gruppen in München und geht mit uns und ihnen auf die Straße, unterhaltet Euch mit Betroffenen und sprecht über das Thema Abtreibung. Denn Fälle wie der von Kristina Hänel (u.a. berichtet die taz), einer Ärztin aus Gießen, die gerade wegen des Verdachts des Verstoßes gegen Paragraf 219a (StGB) vor Gericht steht oder der jahrelange Terror radikaler Abtreibungsgegner*innen rund um die Stapf-Klinik zeigen, auf welch wackligen Beinen das Recht auf Schwangerschaftsabbruch steht und dass es derzeit wieder von vielen Seiten angegriffen wird.

Herzlichen Dank für Eure Mithilfe!

Solidarische Grüße,
asa_m

Nachbericht: Nach dem Rosenkranz hatte der Spuk ein Ende …

Am vergangenen Mittwoch waren christliche Fundamentalist*innen von Euro Pro Life wieder in München unterwegs. Drei Münchner Gruppen riefen zu Gegenprotesten auf, die beiden Aufrufe von ka-os und der Linksjugend [’solid] bzw. dielinke.SDS München hatten wir geteilt.

Unsere Freund*innen von ka-os haben einen Nachbericht zu den Vorkommnissen geschrieben, den wir Euch natürlich nicht vorenthalten möchten.

Wir sagen DANKE an alle, die am Gegenprotest teilgenommen und den Fundis gezeigt haben, dass ihre antifeministische Hetze hier in München nicht willkommen ist. In diesem Sinne: bis zum nächsten Mal!

My body – My choice: Aufruf für den 25.10.17 *UPDATED

Christliche Fundamentalist*innen von EuroProLife e.V. sind am 25. Oktober 2017 wieder in München unterwegs. Es gibt mittlerweile zwei Aufrufe, gegen den Gebetsmarsch mit Kundgebung. Packt was Leckeres zum Essen ein und ab auf die Straße! 🙂

Treffpunkte: 

1/ Um 11 Uhr treffen sich Aktivist*innen am Ort der Zwischenkundgebung in der Türkenstraße 103 an der Beratungsstelle von profamilia, um gemütlich zu brunchen.

2/ Um 13 Uhr beginnt eine Kundgebung der Linksjugend [’solid] und dielinke.SDS München am Professor-Huber-Platz, direkt gegenüber der Uni.

Route der christlichen Fundamentalist*innen

Hier findet Ihr den Aufruf der Linksjugend [’solid] und dielinke.SDS München:

„Am 25. Oktober marschieren radikale Abtreibungsgegner*innen durch die Münchner Innenstadt. Nicht nur, dass sie Frauen* das Recht absprechen, über ihren eigenen Körper zu bestimmen, sie gehen direkt auf Frauen* zu, die eine Beratung in Anspruch nehmen, und bringen sie mit ihrer Forderung von dem Abtreibungsvorgang abzusehen in extreme Bedrängnis.

Das ist frauen*verachtend. Wir lehnen eine solche Bevormundnung ab. Das vermeintliche Interesse eines Zellhaufens wird über die Selbstbestimmung der Frau* gestellt. Nach ihrem Weltbild sollten Frauen* an Heim und Herd gefesselt und Schwangerschaftsabbrüche verboten sein.

Wir gehen für das Selbstbestimmungsrecht der Frau* auf die Straße und fordern, dass sowohl Verhütungsmittel, als auch Abtreibungen kostenlos und gut zugänglich gemacht werden.

Um 13:00 Uhr treffen wir uns zur Kundgebung gegen diese Fundamentalist*innen am Professor-Huber-Platz, direkt gegenüber der Uni. Kommt alle und seid laut gegen Sexist*innen und für das Recht der Frau* auf Selbstbestimmung!“

Und hier der Aufruf von ka-os:

„Am kommenden Mittwoch, den 25. Oktober planen fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen des EuroProLife nahen Vereins „Helfer für Gottes kostbare Kinder Deutschland e.V.“ ein sogenanntes Vigil, also einen Gebetsmarsch mit einer Kundgebung vor der Beratungsstelle von ProFamilia in der Türkenstraße 103. Die Gruppe um Wolfgang Hering veranstaltet solche Vigilien jeden Monat und sorgt damit und mit anderen Aktionen für viel Ärger bei all denjenigen, die Dienstleistungen, im Falle von ProFamilia sind das Beratungsangebote, rund um Schwangerschaftsabbrüche anbieten. Unter dem Namen „Gehsteigberatungen“ postieren sich Abtreibungsgegner*innen des Vereins regelmäßig vor Beratungsstellen wie ProFamilia oder vor der Klinik von Arzt Dr. Stapf in Freiham und terrorisieren Frauen*, die diese Angebote nutzen wollen.

Die Abtreibungsgegner*innen unterstellen, dass es sich bei Schwangerschaftsabbrüchen um Mord handele. Damit positionieren sich die religiösen Fundamentalist*innen in der kontroversen und oft ideologisch aufgeladenen Frage nach dem Beginn menschlichen Lebens mit den damit einhergehenden Rechten klar und unmissverständlich gegen das Interesse einer schwangeren Frau* auf Selbstbestimmung. Dabei greifen die Abtreibungsgegner*innen zu heftigen Methoden. Bilder von Föten, die sie bei ihren Vigilien mit sich herumtragen und die beschriftet sind mit Sprüchen wie „Papa schau, ich bin ein Junge“, ebenso wie Plastikföten, die sie zum Teil bei ihren Gehsteigberatungen an Passant*innen verteilen, dienen bewusst dazu, Frauen*, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken zu triggern und so unter Druck zu setzen. Zudem zeigt die gezielte Ansprache des „Vaters“ auf ihren Plakaten, dass es den Fundamentalist*innen gezielt darum geht, das Recht von Frauen* auf Selbstbestimmung zu untergraben.

Die fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen beschreiten also gezielt antifeministische Wege, indem sie wichtige emanzipatorische Errungenschaften wie eine Entkriminalisierung von Abtreibungen (immer noch nur unter bestimmten Umständen) infrage stellen. Die gesellschaftlichen Bedingungen, die Frauen* dazu bringen, sich für einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden, spielen in der Analyse der Abtreibungsgegner*innen nur insofern eine Rolle, als dass sie den Zerfall eines konservativen Familienideals beklagen, in dem Frauen* naturgemäß für die Empfängnis und die Erziehung von Kindern bestimmt seien. Statt also die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Schwangerschaftsabbrüche für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen* notwendig geworden sind, ins Zentrum ihrer Kritik zu stellen, suchen die Fundamentalist*innen in Frauen*, die sich für Abtreibungen entscheiden einen Sündenbock und konzentrieren sich in ihrer Arbeit darauf, die wenigen Angebote zum Thema Schwangerschaftsabbrüche anzugreifen. Das ist nich nur reaktionär, sondern auch zutiefst antifeministisch, denn für die Fundamentalist*innen wiegt eine Verhinderung von Abtreibungen mehr als die Emanzipation von Frauen*.

Aus diesen Gründen wollen wir uns den fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen in den Weg stellen und ihrem Protest eine Gegenstimme verleihen. Am kommenden Mittwoch treffen wir uns deshalb um 11:00 Uhr vor ProFamilia um die Gebete und Gesänge der Fundamentalist*innen zu übertönen!“

Nachbericht zur Kundgebung vor dem medicare-Zentrum

Rund 120 Abtreibungsgegner*innen haben sich heute, am 15. Oktober 2017,
vor dem medicare Gesundheitszentrum in Freiham versammelt, um gegen die
dort ansässige Klinik des Arztes Friedrich Stapf zu demonstrieren. Sie
folgten einem gemeinsamen Aufruf der „Aktion Lebensrecht für Alle
(ALfA) und der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL). Geleitet wurde
die Versammlung wie auch bei früheren Veranstaltungen von Christiane
Lambrecht (CDL Bayern). Neben Antonia Egger (ALfA) traten als
Redner*innen unter anderem ein Vertreter der „Jugend für das Leben“
(JfdL, Jugendorganisation von ALfA) aus Österreich, sowie der Kinderarzt
Dr. Holm Schneider (ALfA) auf.

Wieder einmal instrumentalisierten die Abtreibungsgegner*innen auch
Menschen mit Behinderung. So durfte eine Person mit Down-Syndrom, die
„trotz ihrer Behinderung sehr gut Schach spielen“ könne (Schneider),
ihre bei Turnieren errungenen Pokale präsentieren, was von den
Teilnehmer*innen der Demonstration beklatscht wurde. So zeigten die
Abtreibungsgegener*innen abermals, dass es ihnen keineswegs um einen
diskriminierungsfreien Umgang mit Personen mit Handicap geht, sondern
vielmehr um eine Instrumentalisierung dieser Personen für ihre Anliegen.
Ebenso verfuhren die Organisator*innen der Demonstration mit einer Frau,
die von einer früheren Abtreibung, die sie hatte vornehmen lassen, und
die sie heute bereue, berichtete. Statt dem Thema mit Rücksicht auf die
Gefühle der Frau zu begegnen, betonte Christine Lamprecht im Anschluss
an die Rede der Frau, wie wichtig es sei, die eigene „Schuld“ nach einer
Abtreibung einzugestehen. Zwar thematisierte eine Rednerin* auch, dass
es oft die gesellschaftlichen Umstände seien, die Frauen* zu
Abtreibungen drängen würden, doch auch sie blieb dabei, Abtreibungen zu
kriminalisieren, statt eine ernsthafte Veränderung der
gesellschaftlichen Umstände anzustreben.

Auf der Kundgebung waren auch einige Personen aus dem Umfeld von
Wolfgang Hering (EuroProLife) anwesend.

Eine aufgebrachte Anwohnerin* konfrontierte die Demonstrierenden mit
Flyern, die Abtreibungsgegner*innen in den letzten Wochen in die
Briefkästen der Anwohner*innen rund um das Gesundheitszentrum geworfen
hatten. In dem als Werbung für die Eröffnung einer Pizzeria mit dem
Namen „Pizza Centro“ getarnten Faltflyer sind zwei Pizzen beworben. Eine
„Pizza Mafioso mit leckerer Salami vom Kind“ und eine „Pizza Diabolo mit
saftigem Schinken vom Kind“. Zusätzlich sind darin der Art Friedrich
Andreas Stapf und sein Vermieter Hans Hammer abgebildet. Die Klinik, von
Dr. Stapf wird außerdem als „Kinderschlachthof“ bezeichnet, über Stapfs
Kopf prangt ein Button mit der Aufschrift „Stapf muss weg“. Die
angesprochenen Teilnehmer*innen der Demonstration fanden den Flyer
zumeist in Ordnung, schließlich werde darauf die Wahrheit verkündet.
Einige Demonstrant*innen gingen dabei sogar soweit, Abtreibungen mit dem
Holocaust zu vergleichen. Nur wenige fanden den Flyer unangebracht.
Verantwortlich für den Flyer zeichnet Gerhard Woitzik,
Bundesvorsitzender der Deutschen Zentrumspartei.

Bevor Christiane Lamprecht schließlich die Kundgebung beendete, dankte
sie Gott für das gute Wetter und ließ die Teilnehmer*innen abstimmen, ob
diese lieber im Winter oder im Frühjahr wieder kommen wollen. Die
Teilnehmer*innen entschieden sich für den Winter und so kündigte
Lamprecht an, eine weitere Kundgebung mit Kerzen für diesen Winter zu
organisieren.

Aufruf des Bündnis Vielfalt statt Einfalt

Wir teilen hier den Aufruf des Bündnisses „Vielfalt statt Einfalt München“:

Liebe Freund*innen des Aktionsbündnis Vielfalt statt Einfalt München,

die sogenannte *“Demo für alle“ startet kommenden Mittwoch in München eine Tour mit einem Hassbus durch Deutschland (Artikel von Queer.de vom 01.09.2017). Mit großflächigen Botschaften gegen die Eheöffnung, gegen Regenbogenfamilien und Trans*Menschen wollen *Hedwig von Beverfoerde & Co. vor der Bundestagswahl für Druck sorgen.*

*1. Kommt zur Infoveranstaltung über die Hintergründe der „Demo für Alle“*

Am kommenden Dienstag informiert das Aktionsbündnis ‚Vielfalt statt Einfalt‘ – München in einer Veranstaltung über die Hintergründe der Bewegung, ihre Vernetzung und wie sich deren Kampfbegriffen entgegnen lässt. Diese Veranstaltung bekommt durch den ungewollten Besuch der „Demo für alle“ in München mehr Brisanz.

* 5. September um 19.30 Uhr im Sub, Müllerstraße 14, München

* Mehr Infos in der Facebook-Veranstaltung zum Polittalk „Wähle Vielfalt“

*2. Kommt zur Kundgebung „Jetzt aufstehen für Vielfalt statt Einfalt“*

Kurzfristig stellen wir mit einfachen Mitteln eine Kundgebung. Denn dieser Auftritt darf nicht unbeantwortet bleiben.

* 6. September von 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr – Ort der Kundgebung wird in der Facebook-Veranstaltung bekannt gegeben.

* Mehr Infos in der Facebook-Veranstaltung zur Kundgebung

* Wer sich mit einem kurzen Redebeitrag beteiligen möchte, bitte eine kurze Mail an: mailto:info@vielfalt-in-muenchen.de

Bitte beteiligt Euch, kommt vorbei und teilt die Veranstaltung in Euren Netzwerken.

Vielen Dank!

Euer

*Aktionsbündnis Vielfalt statt Einfalt – München*
Gemeinsam für Akzeptanz in Bildung und Gesellschaft

Facebook: https://www.facebook.com/buendnisvielfaltstatteinfalt
Website: http://buendnisvielfaltstatteinfalt.de/muenchen