Für eine SELBSTBESTIMMTE Zukunft

Für den 24. März ruft die „Aktion Lebensrecht für Alle e.V.“ (AlfA) zu einer Mahnwache unter dem Motto „Zukunft statt Abtreibung“ vor dem Medicare-Zentrum in München Freiham auf. Doch mit „Zukunft“ hat das, was die so genannten „Lebensschützer*innen“ wollen, nicht im Geringsten etwas zu tun!

Der deutsche Staat lässt sich das Recht darüber zu bestimmen, was mit dem Körper der Frau* zu passieren hat, bis heute nicht nehmen. So regelt der Paragraf 218, dass ein Schwangerschaftsabbruch mit „Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“ werden soll. Dass man als Frau*, die sich letztendlich doch für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, nicht gleich in den Knast wandert, haben wir dem Zusatzparagraphen 218a zu verdanken, der seinen Vorgänger zwar abmildert, aber keinesfalls vergessen lässt. Paragraf 218a besagt, dass Frauen*, die sich mindestens drei Tage vor der Abtreibung einer Beratung unterzogen haben und versichern können, dass der Zeitpunkt der Empfängnis nicht länger her ist als 12 Wochen, legal den Abbruch vornehmen lassen können. So weit so ungut. Die Selbstbestimmung der Frau* ist und bleibt in Deutschland in einem lausigen Zusatzartikel verpackt.

„Lebensschützer*innen bspw. der AlfA würden zu gern noch einen Schritt weiter zurück in die Vergangenheit gehen und die Situation von vor 1976 wieder herstellen, wo Abtreibungen schlicht verboten waren. Ihr „Argument“: Die befruchtete Eizelle, faktisch ein Zellhaufen, dem aber von den „Lebensschützer*innen“ schon allerlei Eigenschaften zugesprochen werden, ist bereits ein Kind, weswegen ein Schwangerschaftsabbruch eine „vorgeburtliche Kindstötung“ darstelle. Der Paragraf 218 gehört in ihren Augen wieder abgeschafft, der Schwangerschaftsabbruch verboten und bestraft. Die Folgen wären, dass wie früher Quacksalber an Schwangeren herumpfuschen, Frauen* sich lebensbedrohliche Infektionen zuziehen oder bei den Eingriffen verbluten.

Strafrechtlich verfolgt wird Abtreibung also nicht, als moralisch verwerflich gilt sie in vielen Gesellschaftsschichten allerdings noch immer. Und genau in diese Kerbe schlagen die „Lebensschützer*innen“. Ihre „Aufklärungsarbeit“ fokussiert sich unter anderem darauf, Frauen* vor Abtreibungskliniken wie der in Freiham aufzulauern, ihnen z. B. Embryonen aus Plastik in die Hand zu drücken, um Schuldgefühle zu wecken oder sie – wenn nötig auch mit Gewalt – am Betreten von Abtreibungskliniken zu hindern. Diese systematische psychische Erpressung muss sofort aufhören! Darum rufen wir dazu auf, die Mahnwache in Freiham zu verhindern.

Selbstbestimmung muss es geben
Wir kämpfen nun schon seit Jahren für eine Gesellschaft, in der alle frei über ihren Körper entscheiden können – unabhängig von religiösen, moralischen oder staatlichen Einflüssen. Doch diese Art der Gesellschaft ist hinsichtlich des antifeministischen Rollbacks wieder einmal massiv bedroht.

2017 und 2018 stehen Wahlen an. Rechte Parteien wie CSU oder AfD machen sexistische und homofeindliche Inhalte wie selbstverständlich zum Inhalt ihrer Politik und fischen so bewusst am braunblauen Rand. Während die AfD mit ihrer Familienpolitik die Zeit gern um 50+ Jahre zurückdrehen und Frauen* ohne Mitspracherecht an den Herd binden würde, überlässt CSU Kultusminister Spänle die Gestaltung von Bildungsplänen reaktionären Kräften, die allein bei der Erwähnung des Begriffes „Feminismus“ anfangen, „GENDER-WAHN“ zu kreischen.

Mit „Zukunft“ hat das alles mitnichten etwas zu tun. Und die AlfA? Die planscht mit ihren Ideologien munter mit im Sammelbecken reaktionärer, nationalistischer und völkischer Positionen und politischer Kräfte. Sie schwafeln vom „Volkstod im Mutterleib“ von „Kindsmord“ und „Massenvernichtung“… bei diesem völkischen Geblubber ist es nicht überraschend, dass auch Neonazis bei ihren Veranstaltungen munter mitmischen.

Die feministischen Kämpfe sind noch lange nicht gewonnen. Reaktionäre Ideologien müssen immer und überall bekämpft werden und wenn sie wie am 24. März so offen zu Tage treten, dann erst recht!

Antisexistische Aktion München 

Treffpunkt ist um 15:30 Uhr vor dem Medicare-Zentrum (Hans-Stützle-Straße, am S-Bahnhof) in Freiham.

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