My body – My choice: Aufruf für den 25.10.17 *UPDATED

Christliche Fundamentalist*innen von EuroProLife e.V. sind am 25. Oktober 2017 wieder in München unterwegs. Es gibt mittlerweile zwei Aufrufe, gegen den Gebetsmarsch mit Kundgebung. Packt was Leckeres zum Essen ein und ab auf die Straße! 🙂

Treffpunkte: 

1/ Um 11 Uhr treffen sich Aktivist*innen am Ort der Zwischenkundgebung in der Türkenstraße 103 an der Beratungsstelle von profamilia, um gemütlich zu brunchen.

2/ Um 13 Uhr beginnt eine Kundgebung der Linksjugend [’solid] und dielinke.SDS München am Professor-Huber-Platz, direkt gegenüber der Uni.

Route der christlichen Fundamentalist*innen

Hier findet Ihr den Aufruf der Linksjugend [’solid] und dielinke.SDS München:

„Am 25. Oktober marschieren radikale Abtreibungsgegner*innen durch die Münchner Innenstadt. Nicht nur, dass sie Frauen* das Recht absprechen, über ihren eigenen Körper zu bestimmen, sie gehen direkt auf Frauen* zu, die eine Beratung in Anspruch nehmen, und bringen sie mit ihrer Forderung von dem Abtreibungsvorgang abzusehen in extreme Bedrängnis.

Das ist frauen*verachtend. Wir lehnen eine solche Bevormundnung ab. Das vermeintliche Interesse eines Zellhaufens wird über die Selbstbestimmung der Frau* gestellt. Nach ihrem Weltbild sollten Frauen* an Heim und Herd gefesselt und Schwangerschaftsabbrüche verboten sein.

Wir gehen für das Selbstbestimmungsrecht der Frau* auf die Straße und fordern, dass sowohl Verhütungsmittel, als auch Abtreibungen kostenlos und gut zugänglich gemacht werden.

Um 13:00 Uhr treffen wir uns zur Kundgebung gegen diese Fundamentalist*innen am Professor-Huber-Platz, direkt gegenüber der Uni. Kommt alle und seid laut gegen Sexist*innen und für das Recht der Frau* auf Selbstbestimmung!“

Und hier der Aufruf von ka-os:

„Am kommenden Mittwoch, den 25. Oktober planen fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen des EuroProLife nahen Vereins „Helfer für Gottes kostbare Kinder Deutschland e.V.“ ein sogenanntes Vigil, also einen Gebetsmarsch mit einer Kundgebung vor der Beratungsstelle von ProFamilia in der Türkenstraße 103. Die Gruppe um Wolfgang Hering veranstaltet solche Vigilien jeden Monat und sorgt damit und mit anderen Aktionen für viel Ärger bei all denjenigen, die Dienstleistungen, im Falle von ProFamilia sind das Beratungsangebote, rund um Schwangerschaftsabbrüche anbieten. Unter dem Namen „Gehsteigberatungen“ postieren sich Abtreibungsgegner*innen des Vereins regelmäßig vor Beratungsstellen wie ProFamilia oder vor der Klinik von Arzt Dr. Stapf in Freiham und terrorisieren Frauen*, die diese Angebote nutzen wollen.

Die Abtreibungsgegner*innen unterstellen, dass es sich bei Schwangerschaftsabbrüchen um Mord handele. Damit positionieren sich die religiösen Fundamentalist*innen in der kontroversen und oft ideologisch aufgeladenen Frage nach dem Beginn menschlichen Lebens mit den damit einhergehenden Rechten klar und unmissverständlich gegen das Interesse einer schwangeren Frau* auf Selbstbestimmung. Dabei greifen die Abtreibungsgegner*innen zu heftigen Methoden. Bilder von Föten, die sie bei ihren Vigilien mit sich herumtragen und die beschriftet sind mit Sprüchen wie „Papa schau, ich bin ein Junge“, ebenso wie Plastikföten, die sie zum Teil bei ihren Gehsteigberatungen an Passant*innen verteilen, dienen bewusst dazu, Frauen*, die über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken zu triggern und so unter Druck zu setzen. Zudem zeigt die gezielte Ansprache des „Vaters“ auf ihren Plakaten, dass es den Fundamentalist*innen gezielt darum geht, das Recht von Frauen* auf Selbstbestimmung zu untergraben.

Die fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen beschreiten also gezielt antifeministische Wege, indem sie wichtige emanzipatorische Errungenschaften wie eine Entkriminalisierung von Abtreibungen (immer noch nur unter bestimmten Umständen) infrage stellen. Die gesellschaftlichen Bedingungen, die Frauen* dazu bringen, sich für einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden, spielen in der Analyse der Abtreibungsgegner*innen nur insofern eine Rolle, als dass sie den Zerfall eines konservativen Familienideals beklagen, in dem Frauen* naturgemäß für die Empfängnis und die Erziehung von Kindern bestimmt seien. Statt also die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Schwangerschaftsabbrüche für ein selbstbestimmtes Leben von Frauen* notwendig geworden sind, ins Zentrum ihrer Kritik zu stellen, suchen die Fundamentalist*innen in Frauen*, die sich für Abtreibungen entscheiden einen Sündenbock und konzentrieren sich in ihrer Arbeit darauf, die wenigen Angebote zum Thema Schwangerschaftsabbrüche anzugreifen. Das ist nich nur reaktionär, sondern auch zutiefst antifeministisch, denn für die Fundamentalist*innen wiegt eine Verhinderung von Abtreibungen mehr als die Emanzipation von Frauen*.

Aus diesen Gründen wollen wir uns den fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen in den Weg stellen und ihrem Protest eine Gegenstimme verleihen. Am kommenden Mittwoch treffen wir uns deshalb um 11:00 Uhr vor ProFamilia um die Gebete und Gesänge der Fundamentalist*innen zu übertönen!“

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