Aufruf: Echte Aufklärung statt antifeministischer Hetze

Der Verein „Pro Femina e. V.“ bzw. seine Kampagne „1000plus“ ist einer der besten Gründe dafür, dass der Paragraf 219 schnellstmöglich in die Tonne gehört. Darum rufen wir dazu auf, Euch im Forum von „Pro Femina“ einzubringen und ungewollt Schwangere dort an seriöse Beratungsstellen zu verweisen, wo ihnen tatsächlich geholfen wird und sie alle Optionen dargelegt bekommen, ohne dass ihnen ein schlechtes Gewissen eingeredet wird. Auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finden Betroffene die nächstgelegene Beratungsstelle: https://www.familienplanung.de/beratung/beratungsstellensuche/.

Warum dieser Aufruf? 

Nach eigenen Angaben beriet der Verein „Pro Femina“ allein im Jahr 2017 8414 Frauen*! Zur Erinnerung: Ungewollt Schwangere bekommen dort weder den für eine Abtreibung notwendigen Schein noch werden sie unabhängig beraten. Der Schutz des „ungeborenen Lebens“ steht bei den radikalen Abtreibungsgegner*innen stets im Vordergrund.

Der Paragraf 219a geht zurück auf ein Gesetz aus dem Jahr 1933. Einer Zeit also, in der sich das NS-Regime unter anderem das Recht herausnahm, über die Körper der Bürger*innen zu herrschen. Dieser veraltete Paragraf regelt unter anderem, dass Ärzt*innen in Deutschland nicht darüber informieren dürfen, dass sie Abtreibungen vornehmen. Ungewollt Schwangere, die sich eh schon in einer emotionalen Ausnahmesituation befinden, landen bei ihrer Suche nach Informationen und Hilfe folglich oft auf Seiten radikaler Abtreibungsgegner*innen – wie bspw. von „Pro Femina“. Dort erhalten sie weder sachlich richtige Informationen, noch eine entscheidungsoffene Beratung, und auch keinen Beratungsschein, den sie für eine Abtreibung in Deutschland leider noch immer benötigen. Solange Ärzt*innen nicht über Schwangerschaftsabbrüche und Optionen auf ihren Seiten informieren dürfen, werden Betroffene weiterhin auf den Seiten selbst ernannter „Lebensschützer*innen“ landen.

Die auf den Seiten von „Pro Femina“ und „1000plus“ stehende Nummer (0800 0606767) kann übrigens kostenlos genutzt werden, die Kosten bei 0800-Nummern trägt immer die Betreiberin. Ruft dort bitte nicht mit dem Handy an, das wird für sie nämlich sonst besonders teuer. 

6 Antworten zu “Aufruf: Echte Aufklärung statt antifeministischer Hetze

  1. Hallo ihr,
    mir ist da was übel auf gestoßen in eurem Text. Ich selber bin keine Frau, kann aber schwanger werden. Ich persönlich kann mich mit Frau* identifizieren. Oft wird das aber verwendet als so eine Art „Frau+ alles was auch irgendwie sowas ist“. Das trifft aber überhaupt nicht das, was ihr vermutlich meint und neigt zur fremdkategorisierung: nicht alle, die schwanger werden können, sind Frauen*. Auch Männer, Männer*, transmänner, enbies, genderfluide, agender, genderqueer Personen und viele andere können schwanger werden. In vielen Kontexten wäre deswegen passender, von “ schwangeren“ zu reden, und euch in dem hier stehenden Satz würde das aus meiner Perspektive viel klarer das ausdrucken, was ihr vermutlich meint.

    Ich weiß, dass manche auch tatsächlich sowas meinen wie „aber wenn du schwanger werden kannst, bist du ja irgendwie schon „frau(*)“, aber genau das ist eine fremdzuschreibung und kann für Menschen sehr verletzend ound/oder schädlich sein. Ich Joffe, so habt ihr es nicht gemeint.
    Auch das Argument „aber hier geht es ja um Personen, die gesellschaftlich als fruane wahrgenommen werden“ hab ich schon oft gehört. Diese Sichtweise basiert ja aber auf gesellschaftlichen vorstellungen von „was ist frau“ die es ja eben gilt, nicht zu wiederholen. Eben weil es fremdzuschreibungen sind.

    Ich hoffe, ich konnte mich hier verständlich und nachvollziehbar ausdrücken und ihr habt da wirklich einfach eine Formulierung übernommen und was nicht mitbedaxht und diese Formulierung entspringt nicht eurer Überzeugung, dass wer schwanger werden kann irgendwie frau ist bzw dass nur frauen(*) schwanger werden können.

    Gruß,
    quir*x

  2. Hi quer*x – danke für Deinen Kommentar, der für uns vollkommen nachvollziehbar ist. 🙂

    Wir haben es in diesem Aufruf leider nicht explizit mit dazu geschrieben, sehen aber wie Du die Notwendigkeit, dies künftig zu tun.

    Wenn wir „Frauen*“ oder „(ungewollt) Schwangere“ schreiben, meinen wir selbstverständlich nicht ausschließlich Frauen* sondern alle Menschen, die schwanger werden können. Uns ist klar, dass derzeit kaum eine Lösung perfekt ist, werden jedoch versuchen, mit den uns zur Verfügung stehenden sprachlichen Mitteln die Personen sichtbar zu machen, für die das Thema Schwangerschaft(sabbruch) präsent oder relevant ist. Versprochen! 🙂

    Danke nochmal für den Kommentar und Deinen Input!

    Liebe Grüße,
    asa_m

  3. Hey ihr,

    http://forum.profemina.org/foren/erfahrungen-mit-pro-femina

    ich habe eben auf den oben vermerkten Link zu Pro Femina e. V. geklickt und las mir die Erfahrungsberichte der Frauen durch, die von eben diesem Verein beraten wurden.
    Doch von antifeministischer Hetze sah ich nicht viel, eher schrieben die Frauen Berichte mit der Überschrift „wir sind unendlich dankbar“ und „zum Glück gibt´s euch“.

    Im Endeffekt geht es doch einzig und allein um die Meinung und Gefühle der ungewollt schwangeren Menschen, oder nicht?

    Warum sollen wir einem Verein schaden, der von vielen vielen Menschen als „große Hilfe“ und „super Unterstützung“ in einer sehr emotionalen und schwierigen Zeit wahrgenommen wird?

    Liebe Grüße,
    Leo

  4. Hallo Leo,

    vielen Dank für Deinen Kommentar.

    Es geht uns nicht darum, dass ungewollt Schwangere keine Hilfe erhalten sollen. Ganz und gar nicht und wir sind auch nicht für oder gegen Schwangerschaftsabbrüche per se. Es geht uns darum, dass ungewollt Schwangere alle Optionen dargelegt bekommen. Und es geht uns darum, dass Betroffene entsprechend beraten werden. Das bedeutet auch, dass sie eine Liste von Ärzt*innen erhalten, die – sollte die betroffene Person sich so entscheiden – eine Abtreibung vornehmen und sie entsprechend beraten wird. Pro Femina tut dies nicht.

    Pro Femina ist Teil eines bundesweiten bzw. internationalen Netzwerks, welches das Recht auf Schwangerschaftsabbruch am liebsten rückgängig machen würde. Die Selbstbestimmung der ungewollt Schwangeren und ihren* Körper steht für sie nicht im Vordergrund. Sie nutzen emotionale Notsituationen aus und das ist antifeministische Hetze und darum nennen wir es auch so.

    Wenn Du weitere Fragen hast, bitte einfach melden.

    Viele Grüße,
    asa_m

  5. Danke für die Auskunft zu ProFemina!
    Ich hab zwei Rückfragen, die mir beim Lesen aufgefallen sind:
    „Dort erhalten sie weder sachlich richtige Informationen, noch eine entscheidungsoffene Beratung“. Ich verstehe noch nicht ganz, wo da keine sachlich richtigen Informationen weitergegeben werden.
    Das Gute an ProFemina scheint mir gerade, dass sie nicht staatlich anerkannt sind und keinen Beratungsschein ausstellen dürfen (zum Glück!). Das verheimlichen sie wohl auch nicht. Selbst wenn sie ideologischen Unsinn verzapfen, ist hier wohl der Vorteil, dass die Betroffenen die Beratung nicht nur aufsuchen, um einen Beratungsschein zu bekommen, sondern um „echte“ Beratung zu erhalten? Objektiv betrachtet haben die Betroffenen ja sonst nichts davon, sich bei ProFemina zu melden. Wer das für sinnig erachtet, kann das ja gerne machen. Danach oder parallel gehen Betroffene so oder so zu anerkannten Beratungsstellen.
    asa_m, du hast auf Leos Frage geantwortet, dass ProFemina emotionale Notsituationen ausnutzt, dass das antifeministische Hetze sei und es darum so genannt wird. Da verstehe ich noch nicht ganz, wo ProFemina emotionale Notsituationen ausnutzt. Wenn ich es richtig verstehe, geht es ProFemina um die Unterstützung von Betroffenen. Ich bin selbst keine Person, die ein Kind bekommen kann, aber eine ungewollte Schwangerschaft scheint ja in jedem Fall eine emotionale Notsituation zu sein. ProFemina scheint keinen finanziellen Profit daraus zu ziehen (kostenlose Beratung und Finanzierung über Spenden) und die Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung wird der Frau wohl überlassen (ich hab grad ein Video von ihnen angeschaut: (Anm.: Video von asa_m entfernt) ; das Video ist natürlich Eigenwerbung, das ist klar, aber mir sieht das auch nicht so aus, als wollten sie Frauen ein schlechtes Gewissen einreden, zumal sie wohl auch nach einer Abtreibung für Begleitung zur Verfügung stehen). Vielleicht verstehe ich gerade auch einfach nicht, wo in diesem Kontext von Hetze gesprochen werden kann, so reisserisch erscheinen sie mir gar nicht.

    Ich freu mich auf Rückmeldung,
    liebe Grüße,
    Benjamin

    • Hi Benjamin, entschuldige bitte die späte Freigabe und Antwort unsererseits.

      Vorab zur Information: Wir haben den Link zum Video in Deinem Post verborgen, da wir keine antifeministische Propaganda auf unserer Seite verbreiten möchten.

      Gegenfrage zu Deiner ersten Frage: warum denkst Du, dass staatliche Stellen keine „echte“ Beratung anbieten? Wie eine Beratung bei pro familia oder anderen anerkannten Stellen abläuft, kannst Du u.a. hier (https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=10&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjh0M-G5P_aAhXSDewKHQj2B1kQtwIIZzAJ&url=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3D7odoqTw4aVg&usg=AOvVaw1XuqUaEjjF2y87UU-sC7EB ) und hier (https://www.profamilia.de/fachpersonal/beraterinnen/schwangerschaftsberatung.html) nachsehen/ -lesen.

      Zusatzangebote sind grundsätzlich nichts Schlechtes, da sind wir bei Dir. Bei „pro femina“ handelt es sich jedoch um eine international vernetzte „Lebensschutz“-Organisation. Denen geht es nicht darum, sich finanziell zu bereichern, sondern primär darum, Abtreibungen einzuschränken und zu verhindern.

      Die Mittel, mit denen sie dies zu erreichen versuchen, sind vielfältig. Abtreibungsgegner*innen zeigen Ärzt*innen an, belästigen Personen vor Kliniken oder Beratungsstellen, organisieren Demonstrationen wie die „Demo für alle“ und und und. „pro femina“ bietet unter dem Label „für die Frau*“, mit dem sie versuchen sich als Frauen*rechtler*innen darzustellen, eben so genannte „Beratungen“ an. Eine Beratung muss stets ergebnisoffen verlaufen und darf Personen nicht moralisch unter Druck setzen. Ansonsten ist es Manipulation und nicht im Sinne der ungewollt Schwangeren.

      Darum bleiben wir dabei, die Aktivitäten von pro femina als antifeministische Hetze zu bezeichnen.

      Viele Grüße,
      asa_m

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