Antifeministische Veranstaltung der „AlfA“ in der Memminger Stadthalle

Der Allgäuer Regionalverband der „Aktion Lebensrecht für Alle“ (AlfA) kündigt aktuell eine Veranstaltung am 7. Juni 2018 um 20 Uhr in der Stadthalle Memmingen an. Der Titel der Veranstaltung: „Darf’s auch ein bisschen vom Schwein sein? Vom Retortenbaby zum Mischwesen.“

Mit dem Referenten Prof. Dr. med. Paul Cullen hat der Regionalverband Memmingen-Unterallgäu der „AlfA“ einen der wichtigsten Vertreter der deutschen „Lebensschutz“-Bewegung eingeladen. Cullen ist Vorsitzender der „Ärzte für das Leben“, einem kleinen, aber aktiven und durchaus einflussreichen Verein, der sich nach eigenen Angaben dafür einsetzt, „medizinische Übergriffe auf das Menschenleben abzuwenden“. Die „ÄfdL“ sind elementarer Bestandteil einer Bewegung, die auf verschiedensten Ebenen gegen das Recht auf Abtreibung agitieren und vom derzeitigen rechten Aufschwung profitieren möchte.

Cullen selbst hat kein Interesse daran, sachliche Informationen weiterzugeben. So sagte er bei seiner Grundsatzrede „Quo Vadis, Lebensschutz“ im November 2016 selbst: „Wir sind im Recht. Unsere Gegner sind es nicht. Wir wollen daher nicht beschwichtigen, sondern polarisieren.“ (1)

Mediziner*innen spielen für die „AlfA“ und die gesamte „Lebensschutz“-Szene eine bedeutende Rolle, da sie als vermeintlich neutrale Expert*innen die Positionen radikaler Abtreibungsgegner*innen verbreiten. Gleichzeitig sind Ärzt*innen eine wichtige Zielgruppe der „Lebensschützer*innen“, da sie nach aktueller Gesetzeslage die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen verweigern können, so soll das Angebot für ungewollt Schwangere reduziert werden. Die Veranstaltung in Memmingen ist ein weiteres Beispiel dafür, auf wie vielen Ebenen der Kampf gegen das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper geführt wird. Uns ist es entsprechend schleierhaft, warum die Stadt Memmingen eine solche Veranstaltung in ihren Räumlichkeiten zulässt!?

Unserer Meinung nach ist eine feministische Intervention bitter nötig, nicht zuletzt da bei der Veranstaltung im Juni Filme von Schüler*innen und Jugendgruppen gezeigt werden sollen, die im Rahmen des Wettbewerbs „Vom Retortenbaby zum Mischwesen“ bei den Abtreibungsgegner*innen eingegangen sind. Die Teilnehmer*innen sollten sich Gedanken zum Thema machen und ihre Ideen, Geschichten und Sichtweisen filmisch darlegen. Alle Teilnehmer*innen erhielten eine Startprämie von 50€, die Gewinner*innen 500€. (2)

(1) Wer mehr über Paul Cullen, die „Ärzte für das Leben“ und ihre Methoden erfahren möchte, dem empfehlen wir das Buch „Kulturkampf und Gewissen“ von Sanders, Achtelik und Jentsch. Erschienen im Verbrecher Verlag, 2018
(2) https://www.mischwesen.net/wettbewerb/

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