Kategorie-Archiv: Allgemein

Aufruf: Ihr könnt uns immer noch kreuzweise!

Mit so genannten Gebetsvigilien oder Mahnwachen setzen radikale Abtreibungsgegner*innen in ganz Deutschland Ärzt*innen und ungewollt Schwangere unter Druck. In München werden diese Märsche vom Verein Euro Pro Life bzw. „Helfer für Gottes kostbare Kinder“ organisiert. Jeden Monat wackelt die Gruppe mit ihren Schildern durch München, zieht vor pro familia und betet dort. Singend und betend gegen Schwangerschaftsabbrüche… zum Kotzen.

Der Stadt sind nach eigenen Angaben die Hände gebunden, dabei wäre eine Bannmeile rund um Kliniken und Beratungsstellen ein erster wichtiger Schritt zum Schutz der Betroffenen. Doch es scheint, als ob die Parteien dem Psychoterror keine Ende bereiten wollen.

Erwartbar, aber natürlich nicht akzeptabel.

Darum halten wir ab dem 24. November 2018 jeden Monat eine Kundgebung vor der Beratungsstelle von pro familia(+) ab. Dort wo sonst selbst ernannte „Lebensschützer*innen“ ihre Hetze verbreiten, werden nun wir unsere Positionen auf die Straße bringen. Mit unseren Kundgebungen möchten wir Mut machen und endlich mit dem Tabu brechen, dass über Schwangerschaftsabbrüche nicht gesprochen wird. Und wir hoffen damit zu verhindern, dass christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen ungewollt Schwangere weiter terrorisieren und die wichtige Arbeit der Beratungsstellen behindern.

Unsere Forderungen sind noch immer:

  • Sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung
  • Die Abschaffung der Paragraphen 218 und 219a StGB
  • Volle Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen durch Krankenkassen
  • Mehr Kliniken und Praxen in denen ein Abbruch vorgenommen werden kann
  • Schwangerschaftsabbruch als verpflichtender Teil der medizinischen Ausbildung
  • Abschaffung der Gewissensfrage, die Ärzt*innen die Möglichkeit gibt, Abbrüche ohne Angabe von Gründen zu verweigern
  • Kostenloser Zugang zu Verhütungsmitteln
  • Ein Umdenken in der Gesellschaft: Es darf keine Rolle spielen, ob Kinder mit oder ohne Behinderung auf die Welt kommen. Wir sind gegen eine normative Selektion durch pränatale Diagnostik.
  • Die Gleichstellung aller Lebensweisen

Kommt vorbei, zeigt Euch solidarisch und lasst uns gemeinsam emanzipatorische Strategien entwickeln, an der Abschaffung von § 218 und § 219a arbeiten oder einfach nur gemeinsam Tee trinken und quatschen.

Eine Nachricht an die Fundis: ihr könnt uns noch immer kreuzweise. Verpisst euch! Mfg die bösen Linken. 😛

(+)Am 24.11. werden wir in der Nähe der Beratungsstelle eine Kundgebung abhalten. Achtet auf Ankündigungen.

Anarchafeministisches Fanzine „Nebenwidersprüche“

Das Cover der ersten Ausgabe.

Anlässlich des 1000-Kreuze-Marschs 2018 in München und den feministischen Protesten dagegen, hat kaos in Zusammenarbeit mit uns ein Anarchafeministisches Fanzine namens Nebenwidersprüche ins Leben gerufen. Wir dokumentieren darin nicht nur die Aktivitäten selbsternannter Lebensschützer*innen in München und die Gegenproteste, die dazu bisher stattgefunden haben, sondern setzen uns mit dem Thema auch aus theoretischer Sicht näher auseinander. Außerdem gibt es ein Pro Choice Kreuzworträtsel und ein Glossar mit vielen Begriffserklärungen. Ihr könnt das Magazin ab sofort hier herunterladen.

Die gedruckte Version unseres Fanzines wird in verschiedenen linken Räumen und bei diversen linken Veranstaltungen im Raum München erhältlich sein. Zur Finanzierung unserer Druckkosten für diese und kommende Ausgaben bitten wir um eine kleine – gerne aber auch größere – Spende.

Vermutlich wird es zukünftig weitere Ausgaben von „Nebenwidersprüche“ zu anderen feministischen Themen geben. Wenn Ihr diese mit gestalten möchtet, könnt ihr Euch an das Redaktionskollektiv wenden: nebenwidersprueche@riseup.net (PGP-Key).

Frecher, lauter Gegenprotest stellt sich in München gegen christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen 

Unter dem Motto „Ihr könnt uns kreuzweise“ mobilisierten verschiedene Gruppen aus München vergangenen Samstag gegen den so genannten „1000 Kreuze Marsch“ radikaler Abtreibungsgegner*innen von EuroProLife e. V. und der Arbeitsgemeinschaft Lebensrecht München (ALM). Rund 200 Pro Choice Aktivist*innen standen gerade einmal 90 Kreuzträger*innen gegenüber. 

Die Demo in der Widenmayerstraße

Hier kommt unser Nachbericht zum Tag: 

Es war wohl der kälteste und nasseste Tag seit langem in München und doch kamen zahllose Menschen zur Auftaktkundgebung am Max-Joseph-Platz und der anschließenden Pro Choice-Demonstration durch die Innenstadt (die eigentlich bis zum Europaplatz gehen sollte, dazu aber später mehr 😉 ). 

Um 13 Uhr versammelten sich zahlreiche dick eingemummelte Menschen rund um das Denkmal am Max-Joseph-Platz, um unter anderem für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und die Abschaffung der §218 und §219a zu demonstrieren. Im Redebeitrag des Bündnisses wurden die im Aufruf gelisteten Forderungen wiederholt und den Fundamentalist*innen, die sich an der Frauenkirche ein paar Hundert Meter weiter versammeln wollten, deutlich die Meinung gegeigt. Auch die Gruppe ka-os fand klare Worte für das Treiben von Wolfgang Hering und Co.: reaktionäre, eklige und widerwärtige sich monatlich wiederholende Scheiße! Denn leider gibt es in München nicht nur einmal im Jahr den „1000 Kreuze Marsch“ – jeden Monat (meist am 25.) organisiert Herings Bagage einen Gebetsmarsch. Einen Rosenkranz lang beten und singen sie dabei vor pro familia und terrorisieren Menschen, die sich dort beraten lassen möchten. Eine Rednerin vom Bündnis 8. März zeigte, wie alt und doch aktuell die Thematik rund um das Thema Schwangerschaftsabbruch ist. Damals wie heute dient der §218 dazu, Personen, die schwanger werden können, zu unterdrücken. 

Groß-(un)artiger FLINT* Block

Kein Wunder also, dass es bei der anschließenden Demo laut und mit rotzigen Parolen die Maximilianstraße herunterging. Zahlreiche Passant*innen reagierten mit Schmunzeln auf Parolen wie „Masturbation statt Kommunion“ oder „Hausarbeit verweigern, Macker putzt das Klo! Für den Feminismus sowieso!“ Der großartige FLINT* Block war laut und entschlossen… so viel ist sicher. <3 

Von der Maximilianstraße ging bis zum Isarufer, wo die Demo in die Widenmayerstraße einbog und bis zur Luitpoldbrücke weiterlief. Da war plötzlich kein Weiterkommen mehr… die Demoteilnehmer*innen hatten keine Lust mehr weiterzugehen und machten es sich auf der Brücke gemütlich, während aus den Boxen lautes Gelächter erklang. Was war passiert? Es handelte sich um eine Massenblockade. Denn der „Höhepunkt“ des Fundi-Marsches, die geplante „Rosenzeremonie“ (Rosen werden ins Wasser geworfen, wahllos Namen gerufen, eine Glocke geläutet), sollte auf eben dieser Luitpoldbrücke stattfinden. Darauf hatten die Pro Choice Aktivist*innen nun so gar keine Lust und blieben einfach stehen, die Versammlung wurde aufgelöst und die Brücke war besetzt. Die sich nähernden Fundis sangen zwar lautstark, was die Blockierer*innen nun aber nicht zum Gehen bewegen konnte. Ergo, das Grüppchen um Hering musste abbiegen und unverrichteter Dinge weiterziehen. Fast-Forward: Statt der groß angelegten Rosen-in-die-Isar-Aktion wurde am Ende des Marsches im hinterletzten Eck eine Alternative angeboten. Kurzerhand legte Hering ein Kreuz auf den Boden, darauf wurden die Rosen gelegt, Namen verlesen und die Glocke geläutet – danach wurden die Rosen wieder aufgeklaubt und alle gingen, den Gesichtsausdrücken nach zu schließen, recht mürrisch nach Hause. 

Ein voller Erfolg!

Das Bündnis wertet den Tag als vollen Erfolg. 

Einzig die Münchner Polizei fiel wieder einmal negativ auf. Vollkommen überbesetzt und daher scheinbar etwas übermotiviert rannte ein rüpelhafter USK-Trupp auf dem Radweg eine Fahrradfahrerin um, die dann noch mit den Worten „Mach das du wegkommst“ für ihr auf-dem-Radweg-fahren gemaßregelt wurde. Und dann erreichte die Organisator*innen noch die Info, dass eine Gruppe von rund 30 Geflüchteten, die extra für den Protest nach München gereist war, von der Münchner Polizei daran gehindert wurde, sich der Demo anzuschließen. Nach eigenen Angaben wurde die Gruppe von den Beamt*innen zu einer anderen Demo geschickt. Wie das passieren kann, haben wir auch noch nicht kapiert … 

Was bleibt: Viele tolle Menschen gingen trotz widrigsten Bedingungen für das Recht auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung auf die Straße, vernetzten sich und brachten ihre Forderungen lautstark auf die Straße. Das kleine graue Häuflein der Fundis war um ein vielfaches kleiner als in den vergangenen Jahren, hatte keinerlei politische Außenwirkung und wurde dank engagierter Feminist*innen blockiert und zudem kontinuierlich von Gegenprotest begleitet. 

Wir sind höchst motiviert! Und machen uns einfach direkt an die nächsten Projekte. Denn §218 kommt weg. Diesmal wirklich. 

Einladung zum offenen Planungstreffen am 21. September!

Am 06. Oktober planen radikale Abtreibungsgegner*innen einen 1000-Kreuze-Marsch in München durchzuführen.

Wir werden das nicht unkommentiert lassen. Antifeministische Hetze hat in München und sonstwo nix verloren. Deshalb wollen wir für den 6. Oktober eine feministische Demonstration gegen den 1000-Kreuze-Marsch organisieren.

Wir laden daher alle Gruppen und Einzelpersonen, die sich an der Organisation einer solchen Demonstration beteiligen wollen am 21.09. um 19 Uhr zu einem ersten Planungstreffen in die Ligsalzstraße 8 ein.

Aufruf: Gegen die antifeministische, homo- und transfeindliche Hetze der „Demo für Alle“

Wir teilen hier den Aufruf unserer Freund*innen von ka-os gegen den Auftritt der „Demo für alle“ am 15. September auf dem Karl-Stützel-Platz in München.

Die sogenannte „Demo für Alle“ tourt derzeit gemeinsam mit „Citizen Go“ wieder einmal mit einem Infobus, dem sogenannten „Bus der Meinungsfreiheit“ unter dem Motto „Stoppt übergriffigen Sex-Unterricht – Aufklärung ist Elternrecht!“ durch Deutschland. Am 15. September wollen die antifeministischen, homo- und transfeindlichen Hetzer*innen dabei auch einen Stopp am Karl-Stützel-Platz in München einlegen.

Wir rufen zum Protest gegen die Verbreitung von heteronormativer, antifeministischer, trans- und homofeindlicher Propaganda auf. Kommt deshalb ab 13 Uhr zum Karl-Stützel-Platz und stört den Ablauf der Veranstaltung!

 

 

 

 

 

 

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„Restoring The Natural Order“: wie „Agenda Europe“ ihre reaktionäre Agenda vorantreibt

 

„Die erste Regel des Fight Club lautet:
Verliere kein Wort über den Fight Club.“ 

So oder so ähnlich könnte das Motto von Agenda Europe lauten. Das European Parliamentary Forum on Population & Development (EPF) veröffentlichte 2017 einen umfangreichen Bericht mit dem Titel „Restoring the Natural Order“, der auch die Grundlage für diesen Beitrag ist. Wir haben uns den Bericht angeschaut, ihn ins Deutsche übersetzt und zusammengefasst. Aus dem Papier geht hervor, dass es sich bei der Agenda Europa um ein transnationales, in der gesamten europäischen Region strategisch organisiertes Netzwerk fundamentaler Abtreibungsgegner*innen handelt. Bekannt wurde Agenda Europe erst durch den Leak geheimer Dokumente, die dem Kultursender ARTE zugespielt wurden. 

Angeleitet vom Vatikan hat Agenda Europe es in den vergangenen Jahren geschafft, Konsens zwischen allen konservativen Traditionalist*innen zu schaffen. Die gemeinsame Vision des sich konspirativ treffenden Netzwerks ist weit gefasst und reaktionär. Es will die Errungenschaften von Jahrzehnten zerstören: Abtreibung und Verhütung sollen illegal sein, gleichgeschlechtliche Partnerschaften wieder unter Strafe gesetzt werden. In Bezug auf sexuelle und reproduktive Rechte möchte Agenda Europa den rechtlichen und gesellschaftlichen Status Quo so verändern, dass er im krassen Gegensatz zu fundamentalen Menschenrechten stehen würde. 

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Aufruf: Aufstehen für Vielfalt statt Einfalt! (aktualisiert)

Am 15. September will das homo- und transfeindliche Bündnis „Demo für Alle“ zusammen mit der Gruppe „CitizenGo“ im Rahmen einer bundesweiten Bustour eine Kundgebung auf dem Karl-Stützel-Platz in München durchführen. Die Gruppierungen lehnen alles ab, was von ihrem heteronormativen Welt- und Familienbild abweicht.

Wir teilen darum hier den Aufruf zur einer Kundgebung des Bündnis Vielfalt statt Einfalt. Die dazugehörige Facebook-Veranstaltung findet Ihr hier.

Steht auf für Vielfalt statt Einfalt und gegen Feindlichkeit gegenüber queerer Vielfalt und Antifeminismus! Kommt am 15. September um 12 Uhr an den Wittelsbacher Brunnen am Lenbachplatz in München. Bringt Regenbogenfahnen und Schilder mit. Seid bunt, fröhlich und queer.

 

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Die „Pro Life Tour“ 2018: Reaktionär, antifeministisch, homo- und transfeindlich

Am 18. August endete nach knapp zwei Wochen die so genannte „Pro Life Tour“ der „Jugend für das Leben“ (JfdL) in Salzburg. Nach unseren Informationen hat das politische Fernsehmagazin „Kontraste“ vor, in ihrer Sendung am 23. August über die Tour der radikalen Abtreibungsgegner*innen zu berichten. 

Wir sehen darum die Notwendigkeit, die antifeministische Propaganda der selbst ernannten „Lebensschützer*innen“ einzuordnen und hier zusätzliche Informationen zu den oft so harmlos scheinenden Aktivist*innen zu teilen.  

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Aufruf: Antifeministischer Hetze entgegentreten

Wir teilen hier den Aufruf von ka-os:

Am 25. August ist es wieder einmal soweit: Eine kleine Gruppe fundamentalistischer Abtreibungsgegner*innen will auch an diesem Samstag betend und singend durch München pro(t|z)e(s)s(t)ieren. Ausgehend von der Münchner Paulskirche wollen die fundamentalistischen Abtreibungsgegner*innen vor die Beratungsstelle von Pro Familia in der Türkenstraße ziehen. Dort tyrannisieren sie jeden Monat Mitarbeiter*innen der Beratungsstelle, sowie Anwohner*innen und Passant*innen mit der Zurschaustellung ihrer eigenen Gottesfürchtigkeit, sowie mit propagandistischen Bildern, mit denen sie Abtreibungen moralisch delegitimieren wollen.

Wir rufen deshalb dazu auf, den Zug der Abtreibungsgegner*innen lautstark zu begleiten und damit die Verbreitung der antifeministischen Hetze zu stören und zu blockieren. Kommt deshalb am 25. September um 10:00 Uhr zur Paulskirche (St.-Pauls-Platz 11) und begleitet den Marsch der Fundamentalist*innen durch die Münchner Innenstadt.

Gegen die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen durch christliche Fundamentalist*innen!

Hier geht es direkt zum Aufruf.

Aufruf: Marsch für das Leben? What the fuck!

Wir teilen den Aufruf vom What the fuck-Bündnis gegen den „Marsch für das Leben“.

Am 22. September 2018 findet in Berlin erneut der ‚Marsch für das Leben‘ von christlichen FundamentalistInnen und selbsternannten „Lebensschützern“ statt. Wir werden diesen sabotieren!

Außerdem laden wir dazu ein, am Abend davor auf die Straße zu gehen. Gemeinsam mit lauter Musik gegen antifeministische Treffpunkte und Zusammenschlüsse in Berlin – und überall. Für eine befreite und emanzipatorische Gesellschaft!

21. September 2018 – 18h am S+U Friedrichstraße

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