Kategorie-Archiv: Allgemein

Herbstliche Soligrüße nach Zürich, Berlin und Wien

Diesen Herbst stehen gleich drei Großveranstaltungen der selbst ernannten „Lebensschutz“-Bewegung an. Diese bleiben, wie schon in den Vorjahren, natürlich nicht unbeantwortet.

Zürich, 14. September 2019
Heute wollen in Zürich wieder hunderte Abtreibungsgegner*innen beim „Marsch fürs Läbe“ aufmarschieren. Unsere Freund*innen von der Anarchistischen Gruppe Bern rufen auch dieses Jahr zu Protesten gegen den antifeministischen Marsch auf, um ein Zeichen gegen Fundamentalismus, Sexismus und Faschismus zu setzen. Folgt Ihnen doch auf Twitter, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Berlin, 21. September 2019
Nur eine Woche nach Zürich kommt die „Lebensschutz“-Szene in Berlin zum alljährlichen „Marsch für das Leben“ zusammen. Die Genoss*innen vom What the fuck! Bündnis rufen wie in den Vorjahren zu Gegenprotesten und zu Blockaden auf. Alle Informationen findet Ihr auf der Webseite vom WTF Bündnis und natürlich auf Twitter bzw. unter dem Hashtag #b2109

 

 

 

Wien, 12. Oktober 2019
Den vorläufigen Abschluss der antifeministischen Kackscheiße macht der „Marsch für das Leben“ in Wien. Die Crew von der Rosa Antifa Wien organisiert die Gegenproteste gegen das reaktionäre Spektakel. Wenn Ihr wissen möchtet, wie der Protest im letzten Jahr ablief, klickt hier.

Wenn Ihr könnt, fahrt zu den Protesten und unterstützt die Genoss*innen vor Ort! Wir, die Antisexistische Aktion München, stehen an der Seite unserer Freund*innen und schicken folgende Grußworte an unsere Genoss*innen, aber auch alle, die sich an den Protesten beteiligen oder sich Tag für Tag gegen das Patriarchat und seine Fans stellen.

Liebe Genoss*innen, 

wir sind die Antisexistische Aktion aus München und senden Euch solidarische Grüße nach Zürich, Berlin und Wien.

Wir alle merken, dass es dunkler wird da draußen. Seit Jahren verbreiten Antifeminist*innen verschiedenster Couleur Hass und Gewalt. Und es scheint gerade, als ob ihre antifeministische Hetze wieder einmal auf besonders fruchtbaren Boden fällt. Bis weit in die so genannte „gesellschaftliche Mitte“ – ja manchmal sogar in den eigenen Reihen – müssen wir unsere Kämpfe führen. 

Und machen wir uns nichts vor, im Zweifel geht es um nichts weniger als unser Überleben. 

All das kostet Kraft und immer wieder droht die Dunkelheit übermächtig zu werden. 

Was dann Mut macht, sind Momente wie diese. Denn wenn wir zusammenstehen und die Kämpfe, die wir tagtäglich führen sichtbar machen, bringen wir Stück für Stück ein wenig mehr Licht ins Dunkel. Den bisweilen steinigen Weg zur befreiten Gesellschaft geht es sich am besten gemeinsam. Darum senden wir Euch heute unsere grenzenlose Solidarität. Wir wünschen Euch Kraft und Erfolg bei Euren Aktionen!

Zeigt dem Patriarchat und seinen Fans wie unfassbar scheiße wir sie finden! 

Solidarische Grüße aus München 

Pro Choice-Abend auf dem Wagenplatz Olga

Marsch für das Leben? – What the fuck!

Am 5. September organisieren wir anlässlich der Proteste gegen den „Marsch für das Leben“ in Berlin einen Pro Choice Abend auf dem Wagenplatz Stattpark Olga. Los geht’s um 20 Uhr, der Vortrag startet so um 21 Uhr. Für Essen und Getränke ist gesorgt.

Am 21. September findet in Berlin der „Marsch für das Leben“ statt. Bei dem jährlichen Großereignis der selbst ernannten „Lebensschutz“-Bewegung fordern tausende Abtreibungsgegner*innen ein generelles Verbot von Abtreibungen. 

Die Genoss*innen vom What the fuck!-Bündnis organisieren auch in diesem Jahr Gegenproteste. Sie rufen dazu auf, den Marsch zu blockieren und sich ihren Protesten anzuschließen. Diesem Aufruf schließen wir uns an! Lasst uns gemeinsam gegen diese antifeministische und nationalistische Scheiße auf die Straße gehen! Den Aufruf könnt Ihr hier nachlesen. 

Am 05. September organisieren wir ab 20 Uhr einen Pro Choice Abend auf dem Wagenplatz Stattpark Olga. Es gibt Hintergründe zu den Protesten in Berlin, Informationen rund um das Thema Schwangerschaftsabbruch, wir spielen Bingo und feministische Spiele. 

Wir freuen uns auf den Austausch mit Euch bei einem Getränk und leckerem veganem Essen. 

Themenseite zur „Pro Life“ Tour der „Jugend für das Leben“

Anlässlich der am 27. Juli 2019 in Augsburg startenden „Pro Life“ Tour der „Jugend für das Leben“ haben wir eine Themenseite erstellt. Auf dieser findet Ihr aktuelle Informationen, Material für Eure Proteste und Aktionen vor Ort sowie Hintergründe zu „Lebensschützer*innen“.

 

 

Aufruf für den 20. Juli: Slutwalk 2019 in München

Wir teilen hier den Aufruf für den diesjährigen Slutwalk in München. Dieser findet schon am kommenden Samstag um 15 Uhr statt. Auftakt und Ort der Schlusskundgebung ist der Marienplatz. Die Facebook-Veranstaltung findet Ihr hier.

Der Slutwalk München beginnt am 20. Juli um 15 Uhr auf dem Marienplatz München und zieht von dort aus durch die Münchner Innenstadt um laut darauf aufmerksam zu machen, dass:

  • von sexueller Gewalt und/oder Vergewaltigung betroffene Personen keinerlei Schuld tragen!
  • es kein Verhalten oder Kleidung gibt, die vor Übergriffen schützen kann!
  • Sexismus, sexuelle Gewalt immer von denen ausgeht, die sie ausüben, und nur von denen!
  • Betroffene nie alleine sind! Wir stehen solidarisch zu Euch und hinter Euch! Wenn nur „Schlampen“ vergewaltigt werden können, sind wir eben alle Schlampen!
  • Liebe über allem steht, über Geschlechtern, Herkünften, Bildung, Hautfarben, Religionen, etc. Liebe muss frei und vielfältig sein dürfen!
  • Das Patriarchat ein System ist, das es zu überwinden gilt, weil es uns allen nur schadet und ein Relikt der Vergangenheit ist!

Deshalb kommt am 20.07. zu uns, zum Marienplatz und kämpft, schreit, liebt, tanzt mit uns, auf dass es alle hören und nicht wegsehen können! Erzählt Euren Freund*innen, Euren Eltern, Euren Kolleg*innen von uns, versammelt Euch mit uns und dann lasst uns gemeinsam das verdammte Patriarchat beerdigen.
Wir werden laut sein, bunt werden wir sein und eine starke Botschaft werden wir verbreiten! Je mehr wir sind, desto heftiger das Echo. Lasst uns diesen Tag zum Grundstein eines post-patriarchalen Systems der Liebe und des Respekts machen!
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FDK-Kongress in Ingolstadt: Eine große rechtsklerikale Familie 

Vom 14. bis 16. Juni fand im Stadttheater Ingolstadt der Kongress „Freude am Glauben“ des Forums Deutscher Katholiken (FDK) statt. Unter dem Motto „Ohne Gott – keine Zukunft“. Die Notwendigkeit der Hinkehr zu Gott“ trafen sich (extrem) rechte Akteur*innen, um Stimmung zu machen gegen Homosexualität, Gender Mainstreaming oder das Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Erwartet hatte das FDK rund 1300 Gäste, gekommen sind vermutlich rund 350.  

Auf dem Programm des Kongresses standen einige theologische Debatten über die Zukunft des Glaubens und der Kirche allgemein. Mit der Einladung zahlreicher antifeministischer Akteur*innen wie Josef Kraus, Jürgen Liminski oder Consuelo Gräfin Ballestrem sorgten Gindert und Co. dafür, dass der Kongress von uns und anderen kritischen Beobachter*innen ohne weiteres in die extrem rechte Ecke sortiert werden kann. 

Nach dem obligatorischen Gottesdienst im Münster und Grußworten von Hubert Gindert startete der Kongress mit einem Beitrag von Werner Münch. Der ehemalige Ministerpräsident Sachsen-Anhalts und Schirmherr des Kongresses gab mit seinem Input zum Thema „Demokratie lebt vor allem von Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit“ den Ton für die kommenden Tage an. Inhalte seiner Rede flossen in die späteren Resolutionen ein, auf die im weiteren Verlauf dieses Beitrags noch eingegangen werden soll. 

AfD-Sprech für die Alten, Manipulations-Workshops für die Jungen 

Im weiteren Verlauf des Kongresses kamen zahlreiche Akteur*innen aus dem rechten Spektrum und aus den Reihen bekannter Abtreibungsgegner*innen zu Wort. 

So erklärte Josef Kraus dem Publikum in seinem Beitrag, dass die „68er-Generation weitgehend die Medien beherrscht“. Daher kämen auch Themen wie Christenverfolgung oder „getötete Föten“ in der „allgemeinen Medienwelt“ nicht vor. Erst im Mai referierte Kraus auf Einladung der Gesellschaft für Deutsche Kultur e. V. zum Thema „Die Gender-Ideologie – die neue „68er“ Bewegung im Schloss Nymphenburg in München. 

Der Publizist und Opus Dei Mitglied Jürgen Liminski sprach zum Thema „Geht die ‚letzte Schlacht‘ um Ehe und Familie?“ und postulierte in seinem Beitrag, dass Ehepaare glücklicher seien als Singles. Der in NRW lebende Liminski schreibt in der aktuellen Ausgabe der FDK-Publikation „Der Fels“ (1) von „Rechtsbrüchen in der Flüchtlingskrise“, von „Lobhudelei für Greta“ und ätzt gegen die Presse, denen er Versagen vorwirft. Die Meinungsfreiheit sei nicht mehr gegeben, ein Diskurs nicht möglich. Sein Lösungsansatz: „Die Kirche wird offensiver werden müssen“. Ist das die „letzte Schlacht“ von der er so gerne spricht? 

Im Jugendprogramm des Kongresses tummelten sich Abtreibungsgegnerinnen wie Christiane Lambrecht von den Christdemokraten für das Leben (CDL) oder Hildegard Hageböck. Lambrecht veranstaltete wieder einmal einen ihrer Kommunikationsworkshops, um jungen Leuten zu vermitteln, wie sie Gesprächspartner*innen in „kontroversen Fragen“ begegnen können. Also wie sie Menschen beispielsweise möglichst nachhaltig unterschieben können, das Abtreibung Mord sei, um so den öffentlichen Diskurs zu bestimmen. Hageböck braucht so einen Workshop vermutlich nicht mehr. Sie ist, schaut man sich ihre Vorstellung auf der Seite des FDK an, Abtreibungsgegnerin in Vollzeit. Sie ist nicht nur bei der extrem rechten Katholischen Pfadfinderschaft Europa (KPE), sondern engagiert sich bei der Initiative Reine Herzen, der Jugend für das Leben, der Demo für alle und dem Marsch für das Leben in Berlin. 

Die Resolutionen: Rechtspopulismus und eine Erklärung für den tausendfachen Missbrauch 

Die oben genannten Resolutionen (2) waren, wie oben bereits erwähnt, vermutlich beeinflusst von der Rede Werner Münchs. Allerdings wurden sie laut Domradio „mehrheitlich beschlossen“ und im Anschluss veröffentlicht. (3) Vor allem die erste der beiden Resolutionen mit dem Titel „Gefährdung der Rechtsstaatlichkeit und unserer Freiheit“ hat es in sich. Das Forum Deutscher Katholiken wehrt sich dagegen, in die rechte Ecke gestellt zu werden. Jedoch katapultieren sie sich mit der Ingolstädter Resolution geradezu dorthin. 

  • Rechte Fundamentalist*innen vertreten ein streng binäres, also zweigeschlechtliches Weltbild. Die Ehe ist für sie eine „Gemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau (und Kindern)“. So sei es „über viele Jahrhunderte“ gewesen und solle es auch bleiben. 
  • Sie beklagen eine scheinbar fehlende Meinungsfreiheit und beschwören Orwell’sche Zustände herauf. Die „political correctness-Keule“ würde dazu führen, dass die „Regierung vorgibt“, was sagbar ist und was nicht. 
  • Ohne völkisch-nationalistisch Denken kamen sie nicht aus: So würden Regierungsvertreter*innen „das grundgesetzlich verbriefte Wort „Deutsches Volk“ durch „Bevölkerung“ ersetzen.
  • Was auch nicht fehlen darf, ist das bei Antifeminist*innen derzeit hoch im (Dis-)Kurs stehende Gender-Mainstreaming. In der Resolution ist die Rede von der „Ideologie“, die ohne parlamentarische Kontrolle zum „Leitprinzip“ erklärt würde. 
  • Sex und Lust sind schwierige Themen bei den verklemmten Katholik*innen des FDK. Ihnen Anhänger*innen dient Geschlechtsverkehr, der selbstverständlich nur in der Ehe zwischen „einem Mann und einer Frau“ stattfindet, ausschließlich der Fortpflanzung. Doch heutzutage würde mit dem Begriff der „sexuellen Vielfalt“ jegliche Verantwortung über Bord geworfen. Dieser Passus ist ein Verweis auf den vermeintlichen Werteverfall in einer von ihnen als dekadent bezeichneten Welt. Verantwortlich dafür machen sie in der Regel den (Queer-)Feminismus und die „sexuelle Revolution“ der 68er. 
  • Im Kontext des so genannten „Lebensschutz“ nehmen sie nehmen Bezug auf die derzeitige Diskussion um den Paragraphen 219a StGB, der die Werbung für Abtreibung regelt. Der neue „Kompromiss“ würde das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche de facto aufheben. Von dem immer noch laufenden Prozess gegen Kristina Hänel in diesem Kontext haben sie wohl in ihrer rechtsklerikalen Bubble noch nicht gehört. 
  • Die Medien bekommen auch noch eine Breitseite, Journalist*innen werden zu Handlangern der „da oben“ stilisiert: „Der zwangsfinanzierte Staatsfunk und zahlreiche Pressevertreter kommentieren so, als ob sie zum bezahlten Hofstaat der Regierung gehörten“. 
  • Der letzte Punkt bedient das Narrativ der „Flüchtlingskrise“. So hätte die Regierung wissentlich und willentlich die eigene nationale Souveränität aufgegeben und den Begriff „Rechtssicherheit“ durch „Willkommenskultur“ ersetzt. 
  • Gegen all das müssten sich die Teilnehmer*innen des Kongresses „mutig und öffentlich“ zur Wehr setzen. 

In der ersten Version der Resolution versuchte das „Forum Deutscher Katholiken“ Grünenpolitikerin Claudia Roth zu diffamieren. Sie hätte Deutschland ein „mieses Stück Scheiße“ genannt, ein Gerücht, das sich auf rechten Hetzplattformen hartnäckig hält. Das hat sie nur nie, der Satz verschwand ohne Hinweis auf den Fehler aus dem zweiten Entwurf der Resolution. (4)

Die zweite Resolution mit dem Titel „Das Evangelium wieder zum Leuchten bringen“ bezieht sich in erster Linie auf die derzeitige Krise in der Kirche. Verantwortlich für die zahlreichen Missbrauchsfälle sei – und hier zitieren sie den ehemaligen Papst Benedikt – die „Normlosigkeit“, die ihren Ursprung in den 60er Jahren habe. Eine Wende sei nur möglich, wenn anstatt des Menschen wieder Gott in den „Mittelpunkt des Denkens und Handelns“ gerückt würde. Sie lehnen die aktuellen Diskussionen um Zölibat, Frauenpriestertum, Sexualmoral oder Homosexualität ab und lehnen diesen „strikt ab“. 

„Zu viele AfD-Broschüren“ 

Die im Nachgang geäußerte Kritik an der Resolution wurde von Werner Münch, dem ehemaligen Ministerpräsident Sachsen-Anhalts zurückgewiesen. Im rechtspopulistischen Blättchen „Die Tagespost“ (4) lies er verlauten, dass er in seinem Vortrag „die Werte des Grundgesetzes verteidigt“ habe. Ulrich Bösl, der auf dem Kongress als Redner auftrat, gibt gegenüber der Zeitung an, dass ihm auf dem Kongress „zu viele AfD-Broschüren `Warum Christen AfD wählen’ rumlagen“. 

Laut eigenen Angaben soll der Kongress auch 2020 wieder in Ingolstadt stattfinden. 

(1) Der Fels (6/2019) S. 181 ff. 

(2) http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=10037 (zuletzt abgerufen 5.7.19 um 11:45 Uhr) 

(3) https://www.domradio.de/themen/soziales/2019-06-16/konservative-katholiken-zweifeln-meinungsfreiheit (zuletzt abgerufen am 5.7.19 um 11:47 Uhr) 

(4) https://www.katholisch.de/aktuelles/standpunkt/die-verraterische-sprache-des-forums-deutscher-katholiken (zuletzt abgerufen am 5.7.19 um 12:23 Uhr) 

(5) Die Tagespost, 27. Juni 2019, Würzburg, Jahrgang 72, Nr. 26 S. 1. 

Redebeitrag vom 22.6.2019: Club „Liverpool“ in der Schillerstraße 

Am 22. Juni demonstrierten wir anlässlich des Mordes an Walter Lübcke in München gegen rechten Terror. Wir starteten am Gerichtsgebäude, wo vor knapp einem Jahr das Urteil im NSU-Prozess gefällt wurde. Von dort aus liefen wir über die Schillerstraße zum Mahnmal für die Opfer des Oktoberfest-Attentats an der Theresienwiese. Wir steuerten einen Input zur Schillerstraße und der so genannten „Gruppe Ludwig“ bei:

Wir stehen hier vor dem Club Broadway, der früher „Liverpool“ hieß. Wir stehen hier, weil auch dieser Ort ein Schauplatz rechten Terrors ist.

Das „Liverpool“ heißt heute „Broadway“. Vor Ort erinnert nichts an den Anschlag aus dem Jahr 1984.

Am 7. Januar 1984 werfen hier zwei junge Männer je einen Kanister Benzin in den Eingangsbereich der Diskothek und setzen das Lokal in Brand. Acht Menschen wurden verletzt; Corinna Tartarotti, eine Barangestellte, erliegt drei Monate später ihren schweren Verletzungen. Sie war 20 Jahre alt. 

Verübt wurde der Anschlag von Wolfgang Abel und Marco Furlan auch bekannt als „Gruppe Ludwig“, die mal mehr mal weniger gezielt Menschen ermordet, die nicht in ihr spießig-reaktionäres Weltbild passten: Sexarbeiter*innen, Homosexuelle, Drogenabhängige, Geistliche oder Besucher*innen von Clubs wie dem „Liverpool“ werden von ihnen auf grauenhafte, menschenverachtende Art und Weise ermordet. 

Zwischen 1977 und 1984 töten sie mindestens 15 Menschen in Italien und Deutschland. 

Nach dem Anschlag auf das „Liverpool“ ermittelt die die Münchner Polizei in allzu bekannter Manier ausschließlich im heimischen Zuhälter*innenmilieu. Ein rechter Anschlag? Iwo. 

Erst als sich im Januar 1884 die „Gruppe Ludwig“ in einer Mailänder Zeitung zum Anschlag in München bekennt, wird klar, dass die Täter aus dem christlich-fundamentalistischen, extrem rechten Spektrum stammen. „Im Liverpool wird nicht mehr gefickt“ heißt es im Bekennerschreiben der „Gruppe Ludwig“ und „Eisen und Feuer sind die Strafe des Nazismus“.

Im März 1984 werden Wolfgang Abel und Marco Furlan in Italien, bei einem erneuten Anschlagsversuch verhaftet und später zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Beide sind nach Presseinformationen mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Der Anschlag hier auf das „Liverpool“ ist heute weitgehend vergessen. Wie Ihr seht erinnert hier vor Ort nichts an den Mord. Es ist also an uns, die Erinnerung aufrechtzuerhalten, sich nicht auf den Staat zu verlassen, wenn es um Aufklärung geht und vor allem die Opfer nicht zu vergessen. 

Wir gedenken an: 

  • Guerrino Spinelli
  • Luciano Stefanato 
  • Claudio Costa
  • Alice Maria Beretta 
  • Luca Martinotti 
  • Mario Lovato 
  • Giovanni Pigato 
  • Armando Bison 
  • Livio Ceresoli
  • Giorgio Fronza
  • Ernesto Mauri
  • Pasquale Esposito
  • Elio Molteni
  • Domenico La Sala
  • Corinna Tartarotti 

Rechten Terror bekämpfen! Aufruf zur Demonstration am 22. Juni in München.

Was viele von uns schon vermutet haben, hat sich diese Woche bestätigt. Der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) kommt aus der Naziszene … Stephan Ernst ist ein organisierter und gewalttätiger Neonazi, der – davon ist nach aktuellem Stand auszugehen – Worten Taten folgen ließ.

Wir schließen uns dem Aufruf des „Bündnis Naziterror und Rassismus“ an und rufen Euch dazu auf, am kommenden Samstag, den 22. Juni 2019 um 14 Uhr mit uns auf die Straße zu gehen und ein Zeichen zu setzen gegen rechten Terror!

Den gesamten Aufruf findet Ihr hier zum Nachlesen. Aktuelle Informationen und Hintergründe zu Stephan Ernst findet Ihr hier bei Exif-Recherche.

 

Morgen noch nichts vor? Dann auf zum Gegengegenprotest!

Radikale Abtreibungsgegner*innen mobilisieren gerade gegen die morgige Veranstaltung zum Paragraphen 219a StGB in den Kammerspielen. Dort sprechen im Rahmen eines Podiumgesprächs Kristina Hänel, Sarah Diehl un, Friedrich Stapf über den unsäglichen Paragraphen, den noch unsäglicheren „Kompromiss“ dazu und grundsätzlich über reproduktive Rechte von Frauen und Menschen mit Uterus sprechen.

Bild: Reflektierter Bengel

Die „Lebensschützer*innen“ laufen entsprechend Sturm und haben eine Kundgebung angemeldet. Der Verein „Initiative Nie Wieder“ von Klaus Günter Annen, Betreiber der Internetseite „Babycaust“ will von 18 bis 20:30 Uhr in der Hildegardstr. 1 (das ist gegenüber der Kammer 2) stehen. Unter anderen ruft die „Aktion Lebensrecht für Alle“ dazu auf, sich diesem Scheiß anzuschließen. In ihrem Aufruf bezeichnen sie die Ärzt*innen Hänel und Stapf wieder einmal als Mörder*innen. Zum Kotzen!

Wir rufen darum zum Gegengegenprotest auf und hoffen, dass es einige von Euch schaffen und den Fundis deutlich machen, dass ihre antifeministische Hetze hier keinen Platz hat. Kommt um 18 Uhr zu den Kammerspielen. Seid bunt, seid queer und zeigt klare Kante gegen antifeministische Kackscheiße! 

Mehr Infos zur Fundi-Kundgebung gibt es wie gewohnt beim a.i.d.a.-Archiv.

ASA_M unterzeichnet offenen Brief von MissMutig Kollektiv aus Würzburg

Vom 5. bis 8. Juni 2019 findet in Würzburg der 10. internationale Kongress der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) unter dem Motto „Vernetzt Verbunden! Verstrickt? – Psychotherapie und Seelsorge in einer digitalisierten Welt“ statt. So genannte „Homoheiler“ wollen dort ihre queerfeindliche Hetze verbreiten.

Die Kritik und den Protest vom Würzburger Miss Mutig Kollektiv und vielen anderen gegen diese antifeministische Kacke unterstützen wir selbstverständlich und senden solidarische Grüße nach Würzburg!

  • Am Mittwoch, 5.6. findet von  12 – 20 Uhr in der Eichhornstraße in Würzburg statt. Die Facebook-Veranstaltung dafür findet Ihr hier.
  • Am Freitag, den 7.6. gibt es eine Demonstration, die um 16:30 Uhr am Hauptbahnhof in Würzburg startet. Die Facebook-Veranstaltung findet Ihr hier.

Den offenen Brief der Genoss*innen mit vielen wichtigen Informationen findet Ihr  hier.

 

 

Am 25.5. auf nach Annaberg-Buchholz! Schweigemarsch stoppen!

Das fantastische Bündnis Pro Choice Sachsen organisiert seit vielen Jahren Proteste gegen den Schweigemarsch radikaler Abtreibungsgegner*innen in Annaberg-Buchholz. So auch in diesem Jahr! Fahrt am 25. Mai nach Sachsen und unterstützt die Proteste! 

Annaberg-Buchholz liegt im so genannten „Sächsischen Bibelgürtel“. Der Name ist so gruselig, wie das, was sich dort abspielt. Evangelikale Arschkrampen konnten dort lange ungestört ihre homofeindliche, antifeministische und reaktionäre Kackscheiße abziehen. Dank den großartigen Menschen von Pro Choice Sachsen bekommen sie jedoch ordentlich Gegenwind! Auch in diesem Jahr wird es kreativen Gegenprotest, ein Straßenfest (inklusive Hüpfburg 😉 ), Konzert und eine Demonstration geben, um den Fundis unsere Positionen entgegenzuschmettern! 

Die Aktivistinnen haben uns einen schönen Einspieler zukommen lassen, in dem sie erzählen, was sie alles vorhaben. Diesen könnt Ihr hier anhören. 

Den Aufruf findet Ihr hier. 

Emanzipation ist jeden Tag. Fahrt nach Annaberg-Buchholz und versaut Fundis den Tag!