Alternative für Deutschland (AfD)

Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) ist eine 2013 gegründete Partei. Die in der Partei vormals vorherrschende EU-Skepsis ist mittlerweile ergänzt worden durch rassistische und antifeministische Positionen. 

Im Bereich Antifeminismus stellt sich insbesondere der christlich-fundamentalistische Flügel der Partei gegen Gender-Mainstreaming, fährt Kampagnen gegen die Rechte sexueller Minderheiten und arbeitet gegen Maßnahmen, die die Akzeptanz für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt fördern sollen. Auf Bundesebene ist seine prominenteste Vertreterin Beatrix von Storch, die 2005 den rechtskonservativen Verein „Zivile Koalition“ (ZK) mit dem dazugehörigen Organ „Die Freie Welt“ gründete. Zuvor war sie bei der homofeindlichen „Demo für Alle“ aktiv, die aus dem ZK hervorging. Zum Thema Schwangerschaftsabbruch schreibt die AfD in ihrem Parteiprogramm zur bayerischen Landtagswahl 2018, dass „Abtreibung grundsätzlich Unrecht“ sei. Die Partei fordert, dass „die Schule junge Menschen zu Respekt vor dem Leben erziehen und ein positives Bild von Ehe und Elternschaft vermitteln muss“. Die Beratung solle „tatsächlich dem Schutz des Lebens dienen“.

In Bayern ist es vor allem die AfD-Landtagsabgeordnete Anne Cyron, die offensiv die antifeministischen Positionen der Partei nach außen trägt. Bei einer Veranstaltung in Garmisch-Partenkirchen 2016 bezeichnet sie Gender Mainstreaming als „Angriff auf die Natur des Menschen, (…) auf die traditionelle Familie und auf die zweigeschlechtliche Ehe“. Gender Mainstreaming, Zuwanderung und die damit verbundene Islamisierung seien die „drei Ideologien, die die völlige Rekonstruktion unserer europäischen Kultur zersetzen“. Cyron vertritt wie viele ihrer Parteivertreter*innen die Meinung, dass es keine Geschlechterdiskriminierung gäbe, sie lehnen Gender-Mainstreaming als vermeintliche Bevorzugung ab. 

Der AfD-Bezirksverband Oberbayern, dem Cyron angehört, gründete anlässlich der Überarbeitung der Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung 2016 die Kampagne „Bayern Genderfrei“. Kern der Kampagne ist der Kampf gegen Gender-Mainstreaming, welches als Kittthema für (extrem) Rechte und christlich-fundamentalistische Gruppierungen fungiert. Auf der extra erstellten Webseite finden sich all die Kampfbegriffe und Horrorgeschichten, die Fundis und Rechte nutzen, um Gleichstellungsmaßnahmen und pädagogische Aufklärungsarbeit zu bekämpfen. Kinder würden mit Sexspielzeug „frühsexualisiert“, aus Jungs Mädchen und aus Mädchen Jungs gemacht.