Deutsche Zentrumspartei

Die Zentrumspartei ist eine Kleinpartei, die hier in Bayern (noch) keinen Landesverband hat. Gegründet wurde sie bereits 1870 und kann auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurückblicken. Nach dem 2. Weltkrieg verloren sie einen großen Teil ihrer Mitglieder*innen an die CDU, heute haben sie bundesweit etwa 600 Mitglieder*innen (Stand: Februar 2012). Ein Blick in ihr Grundsatzprogramm zeigt, dass es sich mittlerweile um eine antifeministische reaktionäre, völkische, homofeindliche und rassistische Partei handelt – und genau darum schauen wir uns den armseligen Haufen einmal genauer an.

Im Sommer/ Herbst 2017 fiel die Partei mit einer äußerst geschmacklosen Kampagne im Umfeld des Medicare-Zentrums in München Freiham auf. Mit dem Slogan „It’s a child, not a choice“ versucht sich die Partei, als „einzige Pro Life Partei Deutschlands“ zu etablieren und überschreitet dafür vermutlich sogar die Grenzen des Legalen. Auf Videos ist zu sehen, wie sie die Klinikleitung terrorisieren und wie Anwohner*innen und Passant*innen mit geschmacklosen Auftritten und Flyern belästigt werden.

In einem ausführlichen Artikel über den Fall Kristina Hänel und §219a berichtet Dinah Riese von der taz, dass der Limburger Bischof nach Paragraf 219a angezeigt wurde und anscheinend Gerhard Woitzik, Bundesvorsitzender der christlich-konservativen Deutschen Zentrumspartei dahinter steckt. Selbiger verantwortet die oben genannten Flyer, in der die Stapf-Klinik als „Kinderschlachthof“ bezeichnet wird. Im Juli 2018 erscheint in der Frankfurter Rundschau ein Artikel über die Partei bzw. ihren Vorsitzenden, der sich mit einem Holocaust-Vergleich wieder einmal verhetzt hat. „In einer Einladung  für eine ‚Trauerfeier für im Mutterleib ermordete Kinder‘ (…) war eine Fotomontage, in der ein Bild des Wiesbadener Südfriedhofs mit der Aufschrift „Abtreiben macht frei“ versehen war“, angehängt.