Pro Femina e. V. / Kampagne „1000plus“

Der Verein „Pro Femina e. V.“ mit Sitz in Heidelberg wurde 1999 gegründet und bietet nach eigenen Angaben „kostenlose und auf Wunsch anonyme Schwangerschaftsberatung für Frauen“ an. Im Herbst 2015 eröffneten die Abtreibungsgegner*innen zusätzlich zu ihrem Standort in Heidelberg ein Büro im Münchner Lehel. Im Sommer 2019 folgte ein Büro auf dem Kurfürstendamm in Berlin. 

„Pro Femina“ ist eng verbunden mit dem Projekt „1000plus“. Projektleiter und Vorstand der Projekts, sowie Leiter von „Pro Femina“ ist Kristijan Aufiero, der auch dem Heidelberger Verein „Birke e.V.“ vorsteht, einem weiteren so genannten „Beratungsangebot“ von „1000plus“. Aufiero ist bestens vernetzt. Er nahm im März 2019 am fundamentalistisch-christlichen World Congress of Families in Verona teil, wo sich die internationale (extreme) Rechte und „Lebensschützer*innen“ trafen.  

Auch wenn sie versuchen so zu wirken: „Pro Femina“-Büros sind keine staatlich anerkannten Beratungsstellen; den in Deutschland zum Schwangerschaftsabbruch notwendigen Beratungsschein werden ungewollt Schwangere dort nicht erhalten. 2018 geben Recherchen von Buzzfeed Aufschluss darüber, wie manipulierend „Pro Femina“ arbeitet, um Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern. Zunächst ist „Pro Femina“ nicht transparent; die Information, dass der Verein keine Beratungsscheine ausstellt, sucht man auf ihrer Seite vergeblich. In den Gesprächen selbst werden ungewollt Schwangere von den Mitarbeiter*innen moralisch unter Druck gesetzt oder hingehalten, damit die 12-Wochen-Frist verstreicht in der sie abtreiben können. In die Fänge der Abtreibungsgegner*innen geraten ungewollt Schwangere recht schnell: einerseits aufgrund der bewussten Wahl des Vereinsnamens („Pro Femina“/ „Pro Familia“), andererseits wegen der hohen Ausgaben, die „Pro Femina“ für Suchmaschinenoptimierung aufwendet. 

Zusätzlich zur „Beratung“ bietet „Pro Femina“ auf ihrer Homepage „Online-Abtreibungs- und Schwangerschaftstests“ an, führt FAQs zum Thema Abtreibung auf und hostet ein Onlineforum auf dem „Frauen sich mit anderen zum Thema Abtreibung austauschen sollen“. Weiterhin organisiert „Pro Femina“ recht erfolgreich Aktionen und Kampagnen, um Spenden zu sammeln, die ihre Arbeit finanzieren sollen. Ein Beispiel ist die „Babyflaschen-Aktion“, bei denen nach Gottesdiensten Babyflaschen mit Spendenaufforderung an Gläubige verteilt wurden, um so Spenden zu sammeln und antifeministische Propaganda zu verteilen. In der Vergangenheit unterstützte der Hersteller von Kindernahrung Hipp die Abtreibungsgegner*innen. 

„1000plus“ ist Mitglied im „Bundesverband für Lebensschutz“ (BVL), der jedes Jahr den „Marsch für das Leben“ in Berlin organisiert.