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PASSING/ PASSEN

(aus dem Englischen)
Unter trans Personen ein Begriff dafür, dass andere Menschen ihre Geschlechtsidentität, ohne dass diese speziell darauf hingewiesen werden müssen, richtig lesen. Ist kein (uneingeschränkt) positiver Begriff, denn Passen bedeutet in unserer Gesellschaft, als cis weibliche oder cis männliche Person gelesen zu werden, das Transsein muss also dabei unsichtbar sein. Um das zu erreichen, ist häufig eine starke Anpassung an aktuelle Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit (körperlich wie vom Verhalten und der Kleidung her) nötig. Dabei sind trans Menschen immer wieder vor die Frage stellt, welche Gender Expression sie individuell eigentlich wollen und was davon sie “nur” tun, damit möglichst viele Personen ihre Geschlechtsidentität automatisch richtig erkennen. (Übrigens eine Frage, die cis Personen genauso betrifft. Es ist ihnen nur seltener bewusst.) Wenn trans Menschen passen, erspart es ihnen zum einen den Stress, falsch gegendert zu werden, zum anderen können sie so auch Diskriminierungen aufgrund ihres Transseins entgehen. Damit nimmt das Passen eine Schutzfunktion ein, wird aber gerade deshalb auch kritisch gesehen, weil natürlich diejenigen, die Diskriminierung ausüben, in die Pflicht genommen werden müssten, ihr Verhalten zu ändern, als dass trans Personen sich unsichtbar machen. Dennoch ist Passing auch für viele trans Personen eine positive empowernde Erfahrung.

PATRIARCHAT

Das Patriarchat ist eine hierarchische Struktur von sozialen Beziehungen innerhalb der Gesellschaft, in der Männer mehr Einfluss haben und maßgebend Werte, Normen und Verhaltensmuster, von Männern geprägt, kontrolliert und repräsentiert werden. Das bedeutet klarerweise die Unterdrückung von Frauen, inter und trans Personen.

PERSONENSTANDSÄNDERUNG

Eine Änderung der beim Standesamt erfassten, persönlichen Daten wie bspw. Geschlecht.

POC

„Person of Colour“ (Singular) bzw. „People of Colour“ (Plural) ist die selbstgewählte Bezeichnung von Personen, die nicht weiß sind und so in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft gewisse Erfahrungen teilen. Der Begriff ist im englischsprachigen Raum bereits weitergehend etabliert als im deutschsprachigen, wo er zur Zeit vor allem in emanzipatorisch politischen und akademischen Feldern verwendet wird.

PRIVILEGIEN

Im Zusammenhang mit dem Diskriminierungsbegriff gesellschaftliche Strukturen, die der nicht diskriminierten, also der privilegierten Gruppe Vorteile verschaffen. Z. B. werden weiße Männer mit einem als deutsch gelesenen Namen eher einen Job oder eine Wohnung bekommen als eine schwarze Frau mit einem nicht als deutsch gelesenen Namen. Damit sind erstere privilegiert, letztere diskriminiert.

PRO LIFE 

„Pro Life“ ist die Geisteshaltung, dass das ungeborene Leben eines Kindes mehr zählt als der Wille der schwangeren Person. Somit sollte diese nicht das Recht haben, selbst zu entscheiden, ob sie ihr Kind austragen möchte oder nicht. Die körperliche Selbstbestimmung der schwangeren Person muss zugunsten des ungeborenen Kindes aufgegeben werden. Zu finden als Selbstbezeichnung christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner*innen.